Asiens Rohölimporte sinken erstmals seit drei Jahren
Schwache Nachfrage in China und stabile Ölpreise prägen den Rückgang deutlich

Die Rohölimporte Asiens verzeichneten im Jahr 2024 einen Rückgang, der erste seit drei Jahren. Die Region, die weltweit die meisten Rohölimporte aufweist, erreichte 26,51 Millionen Barrel pro Tag (bpd), ein Minus von 1,4 Prozent gegenüber 26,88 Millionen bpd im Jahr 2023. Laut Daten von LSEG Oil Research entsprach dies einem Rückgang um 370.000 bpd und markiert eine Umkehr des Trends steigender Importe, der zuletzt 2021 durch Chinas strenge COVID-19-Lockdowns unterbrochen wurde.
China, der größte Ölimporteur der Welt, spielte erneut eine zentrale Rolle. Die Einfuhren des Landes sanken im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent, was einem Rückgang um etwa 210.000 bpd entspricht. Für die ersten elf Monate 2024 wurden durchschnittlich 11,02 Millionen bpd importiert, während LSEG die Ankünfte im Dezember auf 11,63 Millionen bpd schätzt. Insgesamt lägen die Importe 2024 demnach bei etwa 11,07 Millionen bpd, verglichen mit 11,28 Millionen bpd im Jahr 2023.
Zu den Ursachen für die schwachen Importe gehören Chinas langsames Wirtschaftswachstum, der rasche Anstieg der Nutzung von Elektrofahrzeugen sowie die Umstellung im Schwertransport auf verflüssigtes Erdgas (LNG). Ob diese Trends 2025 rückgängig gemacht werden könnten, bleibt unklar. Besonders der wachsende Markt für Elektrofahrzeuge und die Preisvorteile von LNG gegenüber Diesel sprechen gegen eine kurzfristige Erholung der Nachfrage nach Rohöl.
In Indien, dem zweitgrößten Ölimporteur Asiens, wurde hingegen ein leichter Anstieg der Importe um 2,3 Prozent verzeichnet, was etwa 100.000 bpd entspricht. Die wachsende Raffineriekapazität des Landes könnte 2025 zu höheren Importen führen, wenngleich ein erheblicher Anteil des Rohöls als raffinierte Produkte exportiert werden könnte, anstatt den heimischen Verbrauch zu decken.
Die dritt- und viertgrößten Importeure, Südkorea und Japan, verzeichneten jeweils leichte Rückgänge, was auf eine schwache wirtschaftliche Entwicklung zurückzuführen ist. Angesichts potenzieller Handelsbarrieren durch die neue US-Regierung wird für beide Länder in naher Zukunft keine deutliche Erholung erwartet.
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Zur AktienanalyseDie allgemeine Unsicherheit über die weitere Entwicklung der asiatischen Rohölimporte wird durch politische und wirtschaftliche Faktoren verstärkt. Die Ölpreise bleiben mit über 70 US-Dollar pro Barrel stabil, da OPEC+ an seiner Förderdisziplin festhält. Dieser Preisrahmen könnte die Nachfrageentwicklung weiter beeinflussen, bis sich die Lage auf dem globalen Energiemarkt klärt.


