Asiens Private-Credit-Fundraising fällt auf 12-Jahres-Tief
Insolvenzsorgen schrecken Investoren ab: Asiatische Private-Credit-Fonds sammeln so wenig Kapital ein wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr.

Asiatische Private-Credit-Fonds befinden sich in einer tiefen Krise. In diesem Jahr wurde so wenig Kapital eingesammelt wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Als Hauptgrund gilt die wachsende Verunsicherung unter Anlegern, ausgelöst durch prominente Unternehmensinsolvenzen in der Region.
Laut Daten des Marktforschungsunternehmens PitchBook wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres lediglich fünf in Asien ansässige Private-Credit-Fonds erfolgreich mit Kapital ausgestattet. Diese Zahl verdeutlicht das Ausmaß des Rückzugs institutioneller Investoren aus der Anlageklasse in der Region.
Anleger bevorzugen US-Manager
Trotz der schwachen Gesamtstimmung zeigen sich einige größere Investoren grundsätzlich bereit, weiterhin Kapital in Private-Credit-Fonds zu investieren – auch angesichts der negativen Schlagzeilen rund um die Anlageklasse. Allerdings fließt dieses Kapital überwiegend nicht in asiatische Fonds. Die meisten Investoren bevorzugen stattdessen große US-amerikanische Manager gegenüber ihren asiatischen Wettbewerbern.
Dieser Trend zeigt, wie stark das Vertrauen in regionale Anbieter gelitten hat. Während globale Schwergewichte aus den USA von ihrer etablierten Reputation und breiten Investorenbasis profitieren, kämpfen asiatische Fondsmanager darum, Kapitalzusagen zu gewinnen.
Hintergrund: Private Credit als Anlageklasse
Private Credit bezeichnet die direkte Kreditvergabe durch nicht-bankliche Investoren an Unternehmen, abseits der öffentlichen Kapitalmärkte. Die Anlageklasse hat in den vergangenen Jahren weltweit stark an Bedeutung gewonnen, da Banken nach der Finanzkrise ihre Kreditvergabe einschränkten und institutionelle Anleger nach renditestarken Alternativen suchten.
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Zur AktienanalyseIn Asien galt Private Credit lange als wachstumsstarkes Segment, da viele Unternehmen in der Region nur begrenzten Zugang zu traditioneller Bankfinanzierung haben. Die jüngsten Insolvenzfälle prominenter Unternehmen haben dieses Bild jedoch erheblich getrübt und Fragen zur Kreditqualität und zum Risikomanagement asiatischer Fonds aufgeworfen.
Für deutsche Privatanleger und institutionelle Investoren, die über globale Dachfonds oder Direktbeteiligungen in Private Credit engagiert sind, unterstreicht die Entwicklung in Asien die Bedeutung einer sorgfältigen regionalen Diversifikation und Due Diligence bei der Managerauswahl. Die Konzentration auf bewährte, große Manager – insbesondere aus den USA – scheint derzeit die dominierende Strategie unter erfahrenen Investoren zu sein.


