Asiens Märkte bleiben vor Nvidia-Zahlen verhalten
Geopolitische Spannungen und Sorgen um Chinas Wirtschaft belasten Technologiewerte in Fernost

An den asiatischen Börsen herrschte zu Beginn der Woche eine zurückhaltende Stimmung. Die Märkte folgten dem schwachen Trend der Wall Street, da Anleger aufgrund geopolitischer Unsicherheiten in Deckung blieben. Besonders die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und die damit verbundenen Sorgen um die globale Rohölversorgung sowie die gestiegenen Ölpreise drückten auf die Risikobereitschaft der Investoren. Vor diesem Hintergrund stand die Veröffentlichung der Quartalszahlen des US-Chipherstellers Nvidia zur Wochenmitte im Fokus des Interesses. Nvidia, ein zentraler Akteur im Bereich der Künstlichen Intelligenz, sah sich hohen Erwartungen ausgesetzt. Analysten erwarteten, dass das Unternehmen Spitzenergebnisse liefern würde, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden. Masahiro Ichikawa von der Vermögensverwaltungsgesellschaft Sumitomo Mitsui DS Asset Management betonte, dass die Messlatte für Nvidia mittlerweile höher gelegt sei, was den Druck auf das Unternehmen weiter erhöhe. Sollte Nvidia die Markterwartungen nicht erfüllen, befürchteten Marktteilnehmer einen möglichen Ausverkauf von Technologieaktien.
In Japan konnte sich der Leitindex Nikkei im Handelsverlauf am Dienstag ins Plus drehen und beendete den Tag mit einem Anstieg von etwa einem halben Prozent bei 38.356 Punkten. Dennoch zeigte sich der Markt für Technologiewerte im Vorfeld der Nvidia-Zahlen schwächer. Die Aktien von Tokyo Electron und Advantest, zwei bedeutenden Zulieferern von Nvidia, gaben um etwa ein beziehungsweise knapp zwei Prozent nach. Auch in China waren die Börsen leicht rückläufig. Die Börse in Shanghai sowie der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verzeichneten leichte Verluste.
Obwohl die Industriegewinne in China im Juli leicht anstiegen, trübten die anhaltend schwache Binnennachfrage und die rückläufigen Exporte die Aussichten auf eine wirtschaftliche Erholung. Zusätzlich belasteten die Pläne der kanadischen Regierung, einen Zoll von 100 Prozent auf den Import von Elektrofahrzeugen aus China zu erheben, die Stimmung an den Märkten. Darüber hinaus will Kanada einen Zoll von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte aus China einführen. Diese Nachrichten führten dazu, dass die Aktien chinesischer Elektroauto-Hersteller wie Great Wall Motor, BYD und Li Auto unter Druck gerieten. Ein Branchenindex für chinesische Elektrofahrzeuge sank um mehr als ein Prozent, was die Unsicherheit und Vorsicht der Anleger in Bezug auf den chinesischen Markt widerspiegelte.
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