Asiens LNG-Nachfrage bleibt trotz Preisdruck schwach
Europa erhöht Importe deutlich – China und Indien ziehen sich spürbar zurück

Asiens Nachfrage nach Flüssigerdgas (LNG) bleibt im Juli weiterhin verhalten. Die Importmenge der Region steigt laut Daten der Analysefirma Kpler nur leicht auf 22,07 Millionen Tonnen, nach 21,80 Millionen Tonnen im Juni. Auf Tagesbasis entspricht das einem Rückgang auf 722.000 Tonnen von 727.000 Tonnen im Vormonat. Damit setzt sich der rückläufige Trend seit Jahresbeginn fort. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 summieren sich die asiatischen LNG-Importe auf 155,82 Millionen Tonnen – ein Minus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Während die asiatischen Märkte weniger LNG abnehmen, verzeichnet Europa einen deutlichen Anstieg. Dort wurden in den ersten sieben Monaten 75,61 Millionen Tonnen eingeführt – ein Zuwachs von 24 Prozent im Vergleich zu den 61,13 Millionen Tonnen im Vorjahr. Diese zusätzliche Nachfrage hängt mit der Strategie europäischer Länder zusammen, ihre Speicher vor dem Winter zu füllen und weiterhin auf Pipelinegas aus Russland zu verzichten.
Die gestiegene Nachfrage aus Europa stützt die globalen LNG-Preise und verhindert den sonst üblichen Preisrückgang in der saisonalen Übergangsphase zwischen Winter und Sommer. In Asien hingegen sorgt das höhere Preisniveau für eine sinkende Nachfrage, besonders in China, dem weltweit größten LNG-Importeur. Im Juli dürften die chinesischen Einfuhren auf 4,96 Millionen Tonnen sinken – weniger als im Juni (5,09 Millionen Tonnen) und deutlich unter dem Vorjahreswert von 5,92 Millionen Tonnen.
Für den Zeitraum Januar bis Juli belaufen sich Chinas LNG-Importe auf geschätzte 35,17 Millionen Tonnen – 21,2 Prozent weniger als die 44,64 Millionen Tonnen im Vorjahr. Damit entfällt rund 91 Prozent des gesamten Rückgangs der asiatischen Importe auf China. Auch Indien, der viertgrößte LNG-Abnehmer Asiens, trägt mit einem Rückgang von 16,11 auf 14,08 Millionen Tonnen zum Negativtrend bei.
Der Rückgang ist eng mit dem Preisniveau verbunden. Der Spotpreis für LNG-Lieferungen nach Nordasien sank Mitte Juli zwar auf 12,33 US-Dollar pro Million British Thermal Units (mmBtu), blieb damit aber deutlich über dem bisherigen Jahrestief von 11,00 US-Dollar. Im Vergleich dazu lag der Tiefpunkt 2024 bei 8,30 und 2023 bei 9,00 US-Dollar. Diese Preisentwicklung macht LNG-Importe für viele Abnehmer unattraktiv gegenüber heimischer Produktion und Pipeline-Gas.
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Zur AktienanalyseChina hat seine heimische Gasförderung im ersten Halbjahr um 5,8 Prozent auf umgerechnet 96,8 Millionen Tonnen gesteigert, was etwa fünf Millionen Tonnen entspricht. Pipeline-Importe stiegen ebenfalls um rund sechs Prozent. Zusammen reicht das Plus jedoch nicht aus, um den Rückgang von fast 9,5 Millionen Tonnen bei den LNG-Importen auszugleichen.


