Asiens Börsen warten auf BOJ-Entscheid und Tech-Quartalszahlen
Asiatische Märkte nahe Rekordhoch – Anleger blicken auf Bank of Japan, Zentralbankentscheide und Ergebnisse der Tech-Giganten.

Die asiatischen Aktienmärkte zeigten sich am Dienstag wenig bewegt und hielten sich nahe ihrer jüngsten Rekordhochs. Anleger wogen dabei den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten ab und bereiteten sich gleichzeitig auf eine ereignisreiche Woche mit Zentralbanksitzungen und den Quartalsergebnissen großer Technologiekonzerne vor.
Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans notierte 0,12% im Minus, bewegte sich damit aber weiterhin nahe dem am Montag erreichten Allzeithoch. Bemerkenswert: Der Index steuert auf ein Monatsplus von 17% im April zu – nach einem Rückgang von 13,5% im März. Japans Nikkei verlor 0,5%, nachdem er in der vorangegangenen Sitzung ebenfalls ein neues Rekordhoch erklommen hatte.
Bank of Japan im Fokus
Im Mittelpunkt des Interesses steht am Dienstag die Zinsentscheidung der Bank of Japan (BOJ). Es wird allgemein erwartet, dass die japanische Notenbank die Zinsen unverändert lässt, jedoch hawkische Signale aussendet, um sich Spielraum für künftige Zinserhöhungen zu sichern. Hintergrund ist der Inflationsdruck, den der anhaltende Nahost-Konflikt auf die japanische Wirtschaft ausübt.
Der Yen notierte bei 159,33 pro US-Dollar und damit nahe der psychologisch wichtigen Marke von 160. Händler beobachten diese Schwelle genau, da ein Überschreiten Tokio zu Devisenmarktinterventionen veranlassen könnte. Seit Anfang März pendelt der Yen um die 159er-Marke.
Fred Neumann, Chefökonom für Asien bei HSBC, kommentierte die Lage: „Die BOJ dürfte weiterhin hochsensibel auf Marktvolatilität reagieren. Unser Basisszenario bleibt eine einzige Zinserhöhung um 25 Basispunkte in diesem Jahr im Juli, aber eine Zinserhöhung im Juni wird wahrscheinlicher, wenn die Straße von Hormus nach Mitte Mai immer noch faktisch geschlossen ist."
Nahost-Konflikt belastet Ölmärkte und Wachstumsaussichten
Der Krieg im Nahen Osten bleibt ein zentrales Risiko für die globalen Märkte. Die Straße von Hormus, durch die normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert wird, ist faktisch geschlossen. Die USA prüfen derzeit einen neuen Vorschlag Teherans zur Beilegung des Konflikts, doch Präsident Donald Trump zeigte sich laut einem US-Beamten unzufrieden, da der Vorschlag das iranische Atomprogramm nicht berücksichtige.
Die Ölpreise spiegeln die Unsicherheit wider: Brent-Futures stiegen leicht auf 108,13 Dollar pro Barrel und näherten sich damit einem Dreiwochenhoch. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) notierte bei 96,48 Dollar. Beide Sorten liegen deutlich über dem Vorkriegsniveau, sind jedoch von ihren Höchstständen zurückgegangen, nachdem Hoffnungen auf ein Friedensabkommen aufgekeimt waren.
Der Euro zeigte sich stabil bei 1,1725 Dollar. Der Dollar-Index, der den Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, lag bei 98,452. Der Dollar hatte im März von Zuflüssen in sichere Häfen profitiert, gab diese Gewinne im April jedoch größtenteils wieder ab – bevor er sich zuletzt stabilisierte, als die Friedensgespräche ins Stocken gerieten.
Tech-Giganten unter der Lupe
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Zur AktienanalyseNeben den Zentralbanksitzungen richten Anleger ihren Blick auf die Quartalsergebnisse der großen Technologiekonzerne. Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta Platforms und Apple legen in dieser Woche ihre Zahlen vor. Die Ergebnisse gelten als Test für die starke, KI-getriebene Rallye im April.
Anthony Saglimbene, Chefmarktstratege bei Ameriprise, betonte die Bedeutung der Zahlen: Die Ergebnisse würden dem Markt in Echtzeit Aufschluss darüber geben, ob sich KI-Investitionen in kommerzielle Resultate ummünzen lassen. Gleichzeitig warnte er: „Die Divergenz zwischen dem Optimismus an den Aktienmärkten und den vorsichtigeren Signalen der Anleihe- und Ölmärkte bestärkt die Ansicht, dass geopolitische Entwicklungen eine aktive und wichtige Variable im Risikomanagement bleiben."
In den USA erzielte der S&P 500 am Montag moderate Gewinne und steuert auf ein Monatsplus von rund 10% zu. US-Aktienfutures notierten im asiatischen Handel am Dienstag 0,1% höher. Neben der BOJ stehen in dieser Woche auch die US-Notenbank Federal Reserve, die Bank of England und die Europäische Zentralbank mit ihren Zinsentscheidungen auf dem Programm – wobei alle vier Institutionen voraussichtlich die Zinsen unverändert lassen werden.

