Asiens Börsen steigen trotz US-Iran-Spannungen und schwacher China-Exporte
Hoffnungen auf ein US-Iran-Abkommen treiben asiatische Märkte an, während Chinas Exportwachstum deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum haben am Dienstag überwiegend zugelegt. Auslöser der positiven Stimmung sind Hoffnungen, dass eine diplomatische Einigung zwischen Washington und Teheran trotz eskalierender Spannungen noch möglich bleibt. Ein fragiler Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran gilt zwar als stark gefährdet, ist aber offiziell noch nicht aufgekündigt worden.
Die USA haben am Montag damit begonnen, Schiffen die Ein- und Ausfahrt in iranische Häfen in der Straße von Hormus zu untersagen. Die Blockade trat um 10:00 Uhr ET in Kraft und soll den Druck auf den Iran erhöhen, den strategisch wichtigen Öltransportweg wieder freizugeben. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verstöße gegen die Bedingungen der Waffenruhe vor. Iranische Regierungsvertreter warnten, die US-Blockade werde die globalen Energiepreise lediglich weiter in die Höhe treiben.
Ölpreise unter Druck
Die Rohölpreise reagierten auf die Entwicklungen mit Verlusten. Die Sorte West Texas Intermediate (WTI) notierte um 1,62% niedriger bei 97,47 US-Dollar pro Barrel. Rohöl der Sorte Brent verbilligte sich um 0,42% auf 98,94 US-Dollar pro Barrel. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und ist für einen erheblichen Teil des globalen Öltransports unverzichtbar.
Trotz der geopolitischen Unsicherheiten zeigten sich die asiatischen Börsen widerstandsfähig. Der südkoreanische Kospi legte am stärksten zu und schloss um 2,74% höher bei 5.967,75 Punkten. Der Small-Cap-Index Kosdaq gewann 2,00% auf 1.121,88 Punkte. In Japan stieg der Nikkei 225 um 2,43% auf 57.877,39 Punkte, während der breiter gefasste Topix um 0,87% auf 3.755,27 Punkte zulegte. Australiens S&P/ASX 200 schloss 0,5% höher bei 8.970,8 Punkten, obwohl sich das australische Geschäftsklima im März laut einer Umfrage der National Australia Bank verschlechtert hatte – belastet durch Sorgen über den Iran-Krieg und den damit verbundenen globalen Ölschock.
Chinas Exporte enttäuschen deutlich
Aus China kamen gemischte Signale. Der CSI 300-Index notierte 0,59% fester, und der Hang Seng Index in Hongkong legte im Nachmittagshandel um 0,60% zu. Die Handelsdaten des chinesischen Zolls zeigten jedoch eine deutliche Abschwächung des Exportwachstums: Im März stiegen die Exporte auf US-Dollar-Basis lediglich um 2,5% im Jahresvergleich – der schwächste Wert seit sechs Monaten. Analysten hatten laut Reuters ein Wachstum von 8,6% erwartet. Zum Vergleich: In den ersten beiden Monaten des Jahres hatte das kombinierte Exportwachstum noch bei 21,8% gelegen.
Als Hauptgrund für die Abschwächung gelten steigende Rohstoff- und Energiekosten, die auf Lieferunterbrechungen im Nahen Osten zurückzuführen sind. Die Importe entwickelten sich dagegen deutlich besser und verzeichneten das stärkste Wachstum seit mehr als vier Jahren. Die indischen Märkte blieben feiertagsbedingt geschlossen.
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Zur AktienanalyseWall Street mit positivem Vorzeichen
Auch an der Wall Street herrschte am Montag Optimismus. Der S&P 500 sprang um 1,02% nach oben und schloss bei 6.886,24 Punkten – dem höchsten Schlussstand seit Beginn des Krieges. Der Nasdaq Composite gewann 1,23% auf 23.183,74 Punkte. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 301,68 Punkte bzw. 0,63% und schloss bei 48.218,25 Punkten. Anleger setzten dabei auf die Hoffnung, dass letztlich doch noch eine diplomatische Einigung zwischen den USA und dem Iran erzielt werden kann.
Die US-Futures deuteten am Dienstag auf eine weitgehend stabile Eröffnung hin. S&P 500-Futures legten um 0,06% zu, Dow Jones-Futures stiegen um 10 Punkte bzw. 0,02%, und die Nasdaq-100-Futures kletterten um knapp 0,2%.


