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Asiens Börsen steigen: KI-Boom überstrahlt geopolitische Risiken

Technologie- und Halbleiterwerte treiben Asiens Märkte an – trotz Iran-Spannungen, starkem Dollar und Zinsängsten.

Asiens Börsen steigen: KI-Boom überstrahlt geopolitische Risiken

Die asiatischen Aktienmärkte haben sich am Montag überwiegend freundlich präsentiert. Technologiewerte – allen voran aus dem Halbleitersektor – führten die Kursgewinne an. Der MSCI EM Asia Index erreichte dabei ein neues Rekordhoch, während asiatische Währungen unter dem Druck eines erstarkten US-Dollars litten.

Der anhaltende Optimismus rund um Künstliche Intelligenz (KI) erwies sich als stärkster Gegenpol zu geopolitischen Risiken und der Erwartung länger anhaltender hoher US-Zinsen. Besonders Südkorea und Taiwan profitierten von dieser Entwicklung, da ihre Märkte als direkte Nutznießer des globalen Halbleiter- und KI-Investitionszyklus gelten.

KI-Euphorie beflügelt Südkorea und Japan

In Südkorea kletterte der KOSPI um rund 2 %. Besonders auffällig: SK Hynix verzeichnete einen Kurssprung von fast 6 % und löste damit Samsung Electronics als wertvollstes Unternehmen des Landes ab. Dieser Wechsel an der Spitze unterstreicht, wie stark der KI-Boom die Bewertungen im Halbleitersektor verschiebt.

Auch in Japan sorgten KI-bezogene Technologiewerte für kräftigen Rückenwind. Der Nikkei 225 stieg um 2,3 % auf 72.900 Punkte. Zusätzlich unterstützte die Schwäche des Yen den japanischen Markt, obwohl der japanische Finanzminister die Bereitschaft zu Währungsinterventionen bekräftigte.

Die Stimmung an den Märkten war dabei von widersprüchlichen Signalen geprägt. Optimistische Äußerungen iranischer Beamter zu Fortschritten bei den Friedensgesprächen in der Schweiz stützten die Risikobereitschaft kurzzeitig. Gleichzeitig sorgten Berichte über die erneute Schließung der Straße von Hormus durch Teheran sowie Drohungen von US-Präsident Donald Trump für erhebliche Verunsicherung. Analyst Glenn Yin von ACCM betonte, dass die KI-Euphorie die globalen Sorgen um den Iran-Konflikt derzeit überlagere.

Währungsdruck und regionale Unterschiede

Der starke US-Dollar belastete asiatische Währungen spürbar. Der MSCI EM Währungsindex gab den dritten Tag in Folge nach. Besonders unter Druck standen der südkoreanische Won, die indonesische Rupiah und der philippinische Peso.

In Indonesien richtet sich der Fokus nun auf die bevorstehende Entscheidung von MSCI über den Status des Landes als Schwellenmarkt. Eine mögliche Herabstufung könnte weitere Kapitalabflüsse auslösen und die ohnehin schwächelnde Rupiah zusätzlich belasten.

In China blieben die Leitzinsen (Loan Prime Rate, LPR) den 13. Monat in Folge unverändert, während die Märkte auf weitere politische Impulse aus Peking warteten. Der Hang Seng Index in Hongkong schloss schwächer, belastet durch Verluste bei BYD. Hintergrund waren Berichte über mögliche neue EU-Beschränkungen für chinesische Elektrofahrzeuge – ein Thema, das auch für europäische Anleger relevant bleibt.

In Australien notierte der ASX 200 leicht im Minus. Anleger warteten dort auf wichtige Inflations- und Arbeitsmarktdaten, die Aufschluss über den weiteren Kurs der Reserve Bank of Australia geben könnten.

Ausblick: PCE-Daten und Fed im Fokus

Die Anleger bleiben insgesamt vorsichtig. Neben den geopolitischen Entwicklungen rund um den Iran-Konflikt stehen in dieser Woche die US-Kerninflationsdaten (PCE) sowie Äußerungen verschiedener Fed-Vertreter im Mittelpunkt. Diese sollen weitere Hinweise auf die künftige Zinspolitik der US-Notenbank liefern – ein entscheidender Faktor für die Risikobereitschaft an den globalen Märkten.

Für deutsche Privatanleger bleibt die Lage damit zweigeteilt: Der KI-Boom bietet weiterhin Chancen im Technologiesektor, während geopolitische Unsicherheiten und die Zinspolitik der Fed als Risikofaktoren im Blick behalten werden sollten.

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