Asiens Börsen auf Wochenverlust-Kurs wegen Iran-Krieg
Fehlende Deeskalation im Iran-Konflikt belastet asiatische Aktienmärkte – Ölpreise nahe 100 Dollar.

Die meisten asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag nachgegeben und steuern auf deutliche Wochenverluste zu. Auslöser ist die anhaltende Unsicherheit über den Krieg der USA und Israels gegen den Iran, der die Ölversorgung aus dem Nahen Osten bedroht. Besonders die inflationären Folgen des Konflikts belasten die Stimmung der Investoren weltweit.
Die Märkte folgten den schwachen Vorgaben der Wall Street, die über Nacht spürbar nachgegeben hatte. Hintergrund ist die Sorge, dass eine energiegetriebene Inflation die US-Notenbank Federal Reserve dazu zwingen könnte, Zinssenkungen weiter hinauszuzögern. Rohöl der Sorte Brent notierte weiterhin nahe der Marke von 100 Dollar pro Barrel.
Japan und Südkorea besonders unter Druck
Der japanische Nikkei 225 und der südkoreanische KOSPI verloren jeweils rund 1,2 Prozent. Auf Wochensicht steht der Nikkei mit einem Minus von 3,3 Prozent besonders schlecht da, während der KOSPI auf einen Wochenverlust von 1,4 Prozent zusteuert. Zusätzlich belastete Honda Motor den Nikkei mit einem Kurseinbruch von über 6 Prozent, nachdem der Automobilhersteller aufgrund von Restrukturierungskosten im Elektrofahrzeugbereich einen Jahresverlust prognostiziert hatte.
Japan, Südkorea und Indien gelten als besonders anfällig für Ölversorgungsschocks, da alle drei Länder stark von Ölimporten abhängig sind. Der indische Nifty 50 verzeichnete in dieser Woche ein Minus von 2,4 Prozent. Der Konflikt hatte sich verschärft, nachdem der Iran als Reaktion auf US-amerikanische und israelische Angriffe die Straße von Hormus blockiert hatte – eine der wichtigsten Ölversorgungsrouten der Welt.
China zeigt sich widerstandsfähiger
Chinesische Aktien schnitten im regionalen Vergleich besser ab. Sowohl der CSI 300 als auch der Shanghai Composite Index legten am Freitag leicht zu und verzeichneten auf Wochensicht moderate Gewinne. Analysten der OCBC erklären dies damit, dass Chinas umfangreiche Ölvorräte sowie der fortgeschrittene Ausbau erneuerbarer Energien und Elektrofahrzeuge das Land gegen kurzfristige Versorgungsunterbrechungen absichern.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAllerdings bezieht China rund 15 Prozent seines Öls aus dem Iran. Peking hatte zudem Anfang der Woche ein sofortiges Exportverbot für raffinierte Kraftstoffe verhängt, um einem inländischen Versorgungsengpass entgegenzuwirken. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 0,2 Prozent und verlor auf Wochensicht 0,3 Prozent.
Andere Märkte zeigten ein gemischtes Bild. Der australische ASX 200 legte geringfügig zu, steht aber wegen der erwarteten Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia um 25 Basispunkte in der kommenden Woche auf Wochensicht mit über 2 Prozent im Minus. Singapurs Straits Times Index stieg um 0,2 Prozent und erzielte ein kleines Wochenplus von 0,3 Prozent.


