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Asien steigert Ölimporte im August deutlich

Preisentwicklung und OPEC+-Strategie prägen Nachfrage von China und Indien

Asien steigert Ölimporte im August deutlich

Asiens Rohölimporte haben im August deutlich angezogen, angetrieben vor allem durch die großen Abnehmer China und Indien, die verstärkt bei führenden Exporteuren aus dem Nahen Osten einkauften. Nach Daten von LSEG Oil Research beliefen sich die Lieferungen in die Region auf 27,18 Millionen Barrel pro Tag (bpd), nach 24,91 Millionen bpd im Juli. Damit lagen die Importe auch über dem Wert von 26,39 Millionen bpd im Vorjahresmonat. Zwar stellt der Anstieg gegenüber Juli ein Plus von 2,27 Millionen bpd dar, allerdings war der Juli der schwächste Monat seit einem Jahr, und die Einfuhren im August blieben leicht unter dem Juni-Niveau von 27,98 Millionen bpd.

Für den Zeitraum Januar bis August summierten sich die Importe auf 27,02 Millionen bpd und lagen damit um 510.000 bpd höher als der Durchschnitt des gesamten Jahres 2024. Dieser Zuwachs fällt jedoch geringer aus als die Erwartungen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). In ihrem Bericht vom August prognostizierte die OPEC für 2025 ein Nachfragewachstum in Asien von 710.000 bpd. Dabei soll China um 200.000 bpd zulegen, Indien um 220.000 bpd.

Ein wesentlicher Faktor bleibt die Preissensibilität der beiden größten Abnehmer. China und Indien stocken ihre Käufe auf, wenn die Preise sinken, reduzieren diese jedoch bei steigenden Notierungen. Die für August registrierten Lieferungen wurden überwiegend in der Phase von Mai bis Mitte Juni geordert, als die Ölpreise auf einem Jahrestief verharrten. Das globale Referenzöl Brent fiel am 5. Mai auf ein Vierjahrestief von 58,50 US-Dollar je Barrel, bevor es sich bis Mitte Juni in den mittleren 60er-Bereich erholte. Diese Preisniveaus sowie das Ende der Wartungssaison in Raffinerien dürften die Nachfrage angekurbelt haben.

Ende Juni jedoch verteuerten sich die Preise aufgrund des kurzen Konflikts zwischen Israel und Iran, der später auch die USA involvierte. Brent erreichte am 23. Juni ein Sechsmonatshoch von 81,40 Dollar je Barrel. Auch wenn sich die Preise inzwischen wieder auf rund 68,40 Dollar eingependelt haben, könnte der Preissprung im Juni dazu führen, dass Importe im September sinken.

Hinzu kam im August das Auslaufen freiwilliger Förderkürzungen von acht OPEC+-Mitgliedern, darunter die größten Exporteure Saudi-Arabien und Russland. Die Lieferungen aus Saudi-Arabien nach Asien erreichten 5,20 Millionen bpd, nach 4,77 Millionen bpd im Juli und damit den höchsten Stand seit März. Russlands Lieferungen stiegen leicht auf 3,48 Millionen bpd. Auch andere Anbieter aus dem Nahen Osten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Irak und Oman erhöhten ihre Exporte in die Region.

Insgesamt zeigen die aktuellen Daten, dass die asiatischen Rohölimporte bislang nur moderat gestiegen sind und unter den Wachstumsprognosen der OPEC liegen. Gleichzeitig deuten die Zahlen darauf hin, dass die Kaufentscheidungen stark von den Preisschwankungen am Markt bestimmt werden und die Verknappung durch OPEC+-Kürzungen nachlässt.

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