Asiatische Währungen unter Druck: Indische Rupie auf Rekordtief
Iran-Spannungen treiben Ölpreise hoch und stärken den US-Dollar – asiatische Währungen geraten massiv unter Druck.

Die asiatischen Währungen haben am Dienstag ihre Verluste ausgeweitet. Besonders hart traf es die Indische Rupie, die auf ein Allzeittief abstürzte. Anhaltende Spannungen im Nahen Osten halten die Ölpreise auf hohem Niveau und befeuern die Nachfrage nach dem US-Dollar.
Der US-Dollar-Index legte während des asiatischen Handels um 0,2 % zu. Auch die Futures auf den US-Dollar-Index notierten um 04:55 Uhr GMT 0,2 % höher. Anleger agierten dabei besonders vorsichtig im Vorfeld der US-Inflationsdaten sowie eines bevorstehenden Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping.
Indische Rupie auf Allzeittief
Das Währungspaar USD/INR stieg im frühen Handel bis auf 95,625 Rupien – ein historischer Tiefstand für die indische Währung. Erst nach vermuteten Interventionen der Reserve Bank of India konnte die Rupie einen Teil ihrer Verluste wettmachen. Premierminister Narendra Modi rief Bürger und Unternehmen dazu auf, den Kraftstoffverbrauch zu drosseln, nicht notwendige Reisen zu reduzieren und Importe zu begrenzen, um die Devisenreserven des Landes zu schonen.
Auch andere asiatische Währungen standen unter erheblichem Druck. Als ölimportierende Volkswirtschaften tragen die asiatischen Länder die Hauptlast der steigenden Rohölpreise. Analysten erklärten, dass höhere Ölpreise die Importkosten erhöhen und die Erwartungen an eine geldpolitische Lockerung in der gesamten Region dämpfen – ein doppelter Belastungsfaktor für die Währungen der Region.
Iran-Konflikt als zentraler Risikofaktor
Die Anlegerstimmung blieb fragil, nachdem Präsident Trump erklärte, der Waffenstillstand mit dem Iran hänge nach der Reaktion Teherans auf einen US-unterstützten Friedensvorschlag „massiv am seidenen Faden". Trump betonte, beide Seiten seien in Schlüsselfragen noch weit voneinander entfernt. Dies schürte Befürchtungen, dass Feindseligkeiten wieder aufgenommen werden könnten – mit potenziell gravierenden Folgen für den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine lebenswichtige Route für den weltweiten Energiestrom.
Ein CNN-Bericht vom späten Montag verdeutlichte die Brisanz der Lage: Trump erwäge angesichts stockender Friedensverhandlungen ernsthafter, größere Kampfhandlungen gegen den Iran wieder aufzunehmen. Diese Meldung verstärkte die Risikoaversion an den Märkten zusätzlich.
Im Einzelnen entwickelten sich die asiatischen Währungen wie folgt:
Südkoreanischer Won (USD/KRW):
+0,7 % nach bereits fast +1 % in der Vorsitzung
Japanischer Yen (USD/JPY):
+0,3 %
Singapur-Dollar (USD/SGD):
+0,2 %
Australischer Dollar (AUD/USD):
-0,3 %
Chinesischer Yuan (USD/CNY):
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Blick auf US-Inflationsdaten und Trump-Xi-Treffen
Die Märkte richten ihren Fokus nun auf den US-Verbraucherpreisindex, der im Laufe des Dienstags veröffentlicht wird. Die Daten sollen Aufschluss über den künftigen Zinspfad der US-Notenbank Federal Reserve geben – ein entscheidender Faktor für die Stärke des US-Dollars und damit für die Entwicklung der Schwellenländerwährungen.
Gleichzeitig beobachten Anleger das bevorstehende Treffen von Trump mit Xi Jinping in Peking mit großer Aufmerksamkeit. Die Gespräche sollen voraussichtlich den Iran-Konflikt, Handelsspannungen und die Energiesicherheit umfassen. Analysten zufolge könnten Anzeichen für verbesserte Beziehungen zwischen den USA und China dazu beitragen, die regionalen Währungen zu stabilisieren und ein positives Ergebnis im Iran-Konflikt zu erzielen.


