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Asiatische Währungen steigen dank Nahost-Entspannung und Won-Outperformance

Friedenshoffnungen im Iran-Konflikt stützen asiatische Devisen, während Südkoreas Won nach überraschend starken Inflationsdaten glänzt.

Asiatische Währungen steigen dank Nahost-Entspannung und Won-Outperformance

Die meisten asiatischen Währungen haben am Mittwoch leicht zugelegt. Ausschlaggebend waren Anzeichen für eine Entspannung der Spannungen im Nahen Osten, die die globale Risikobereitschaft der Anleger spürbar verbesserten. Der US-Dollar-Index gab dabei um 0,2 % nach, auch die entsprechenden Futures notierten 0,2 % im Minus.

Hintergrund ist eine Erklärung von US-Präsident Donald Trump vom Dienstag. Trump teilte mit, dass Washington seine Initiative „Projekt Freiheit" – eine geplante Operation zur Wiederherstellung der Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus – vorübergehend aussetzen werde. In einem Social-Media-Post schrieb Trump: „Wir haben uns gegenseitig darauf geeinigt, dass die Blockade zwar in vollem Umfang in Kraft bleibt, das ‚Projekt Freiheit' jedoch für einen kurzen Zeitraum ausgesetzt wird, um zu sehen, ob das Abkommen abgeschlossen und unterzeichnet werden kann." Zugleich sprach er von „großen Fortschritten" auf dem Weg zu einem „endgültigen Abkommen" mit Teheran.

Diese Aussagen beruhigten die Märkte, die zu Wochenbeginn durch den Konflikt rund um „Projekt Freiheit" und eine militärische Reaktion des Irans unter Druck geraten waren. Die Entspannung belastete auch die Ölpreise, die ihre Verluste im asiatischen Handel am Mittwoch ausweiteten, nachdem sie zuvor auf Mehrjahreshöchststände gestiegen waren. Niedrigere Rohölpreise verringern die Inflationssorgen für ölimportierende asiatische Volkswirtschaften – ein direkter Rückenwind für die regionalen Währungen.

Südkoreanischer Won mit deutlicher Outperformance

Besonders auffällig war die Entwicklung des südkoreanischen Won. Das Währungspaar USD/KRW sank um 1,2 % – ein deutlich stärkerer Rückgang als bei anderen regionalen Währungen. Auslöser waren überraschend starke Inflationsdaten aus Seoul: Die südkoreanischen Verbraucherpreise stiegen im April im Jahresvergleich um 2,6 %, nach 2,2 % im März. Das ist das schnellste Tempo seit Mitte 2024.

Getrieben wurde der Anstieg teilweise durch höhere Treibstoffkosten und steigende Dienstleistungspreise. Der stärker als erwartet ausgefallene Wert verstärkte die Markterwartungen, dass die Bank of Korea zu einer weiteren Straffung ihrer Geldpolitik neigen könnte. Eine restriktivere Zentralbankpolitik macht eine Währung in der Regel attraktiver für internationale Anleger, was den Won zusätzlich stützte.

Im übrigen Asien zeigte sich ein gemischtes, aber überwiegend positives Bild. Das Onshore-Paar des chinesischen Yuan USD/CNY gab um 0,2 % nach. Die indische Rupie (USD/INR) fiel ebenfalls um 0,2 %, der Singapur-Dollar (USD/SGD) gab um 0,1 % nach. Der japanische Yen (USD/JPY) notierte dagegen unverändert.

Chinesische Dienstleistungsdaten und australischer Dollar im Fokus

Positive Impulse kamen auch aus China. Der private China RatingDog Services PMI stieg im April auf 52,6 Punkte und übertraf damit die Markterwartungen. Ein Wert über 50 signalisiert eine Expansion der Wirtschaftstätigkeit. Als Treiber wurde eine robuste Inlandsnachfrage genannt, was auf eine stetige wirtschaftliche Dynamik im Reich der Mitte hindeutet.

Der australische Dollar (AUD/USD) legte um 0,7 % zu und weitete damit seine Gewinne weiter aus. Hintergrund ist eine Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia vom Vortag. Die Märkte stellten sich auf einen relativ restriktiven geldpolitischen Ausblick der australischen Zentralbank ein, was dem Aussie zusätzlichen Auftrieb verlieh.

Insgesamt spiegelt die Entwicklung an den asiatischen Devisenmärkten die enge Verknüpfung von geopolitischen Risiken, Rohstoffpreisen und Zentralbankpolitik wider. Für deutsche Anleger mit Engagements in Schwellenländer-Währungen oder asiatischen Aktien bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus ein wichtiger Faktor, den es zu beobachten gilt.

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