Asiatische Devisenmärkte unter Druck: Iran-Konflikt und RBA-Entscheidung
Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und eine knappe RBA-Zinserhöhung belasten die asiatischen Währungen am Dienstag.

Die meisten asiatischen Währungen bewegten sich am Dienstag in einer engen Handelsspanne. Steigende Ölpreise infolge der anhaltenden Feindseligkeiten im Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran dämpften die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer erheblich. Der Dollar-Index legte im asiatischen Handel leicht zu, nachdem er zuvor von seinen fast 10-Monats-Hochs zurückgefallen war.
Im Mittelpunkt stand die Entscheidung der Reserve Bank of Australia (RBA): Die australische Zentralbank erhöhte die Zinssätze wie erwartet um 25 Basispunkte auf 4,10 Prozent. Die Abstimmung fiel jedoch überraschend knapp aus – vier der neun Mitglieder des geldpolitischen Rates votierten für eine Beibehaltung des Zinsniveaus. Das Währungspaar AUD/USD drehte daraufhin ins Plus und notierte 0,1 Prozent höher, gab frühere Gewinne aber wieder ab.
RBA-Gouverneurin Michele Bullock versuchte nach der Sitzung, die Entscheidung als einheitlich darzustellen. Sie erklärte, alle Ratsmitglieder hätten eine Zinserhöhung unterstützt – die einzige Frage sei der Zeitpunkt gewesen. Händler werteten ihre Kommentare als tendenziell falkenhaft, zumal Bullock sich weder auf weitere Erhöhungen noch auf eine baldige Pause festlegte.
Japanischer Yen und Bank of Japan im Fokus
Das Währungspaar USD/JPY stieg um 0,2 Prozent, notierte aber deutlich unter dem 19-Monats-Hoch der Vorwoche. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama hatte zuletzt erklärt, Tokio sei bereit, schnell gegen extreme Devisenschwankungen vorzugehen – eine Warnung, die Händler in Bezug auf mögliche Interventionen wachsam hält.
Auch die Bank of Japan (BoJ) tagt in dieser Woche. Erwartet wird eine unveränderte Zinspolitik, verbunden mit einem falkenhaften Ausblick. BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda signalisierte am Dienstag, dass sich die Kerninflation in Richtung des 2-Prozent-Ziels der Zentralbank beschleunige – ein Szenario, das künftige Zinserhöhungen wahrscheinlicher macht.
Iran-Konflikt belastet Ölimporteure in Asien
Der Chinesische Yuan entwickelte sich besser als die meisten regionalen Währungen: USD/CNY fiel um 0,2 Prozent, gestützt durch ein stärkeres Midpoint-Fixing der People's Bank of China. Der Singapur-Dollar gab leicht nach, nachdem Daten schwächere Nicht-Öl-Exporte als erwartet gezeigt hatten. Der Südkoreanische Won verlor 0,2 Prozent, während der Taiwan-Dollar um 0,2 Prozent zulegte.
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Zur AktienanalyseDie Indische Rupie stieg um 0,1 Prozent auf 92.321 Rupien pro Dollar, blieb jedoch dank Interventionen der Reserve Bank of India unter ihren jüngsten Rekordhochs. Der sprunghafte Anstieg der Ölpreise trifft Asien besonders hart: Die meisten Volkswirtschaften der Region sind Nettoimporteure von Öl und reagieren sensibel auf Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten.
Der Iran hielt die Straße von Hormus als Vergeltung für Angriffe der USA und Israels weitgehend blockiert und startete zudem Angriffe auf Israel sowie US-Stützpunkte in der Region. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Im weiteren Wochenverlauf richtet sich der Blick der Märkte auf die US-Notenbank Federal Reserve, die am Mittwoch über die Zinssätze entscheidet.


