Asiatische Chip-Aktien brechen nach OpenAI- und Meta-Berichten ein
Berichte über KI-Effizienzgewinne bei OpenAI und neue Cloud-Pläne von Meta belasten Halbleiterwerte in ganz Asien massiv.

Asiatische Halbleiteraktien haben am Donnerstag deutlich nachgegeben und damit einen Ausverkauf bei US-Chipherstellern vom Vorabend fortgesetzt. Auslöser waren zwei Berichte, die Zweifel an der künftigen Nachfrage nach KI-Chips weckten und Anleger weltweit verunsicherten.
Im Mittelpunkt stand ein Bericht des Technologiemediums „The Information", wonach OpenAI-Ingenieure Software-Optimierungen entwickelt haben, die die Inferenzkosten um etwa die Hälfte senken können. Inferenzkosten bezeichnen dabei die Aufwendungen, die beim Betrieb eines KI-Modells – also beim Beantworten von Nutzeranfragen – entstehen. Diese Effizienzsteigerungen würden die Anzahl der benötigten Nvidia-Grafikprozessoren verringern, die für die Bedienung einiger ChatGPT-Nutzer erforderlich sind.
Diese Entwicklung schürte unter Investoren die Sorge, dass die künftige Nachfrage nach KI-Chips langsamer wachsen könnte als bisher erwartet. Wenn KI-Unternehmen mit weniger Hardware mehr leisten können, sinkt der Druck, neue Chips in großem Umfang anzuschaffen – ein Szenario, das die gesamte Halbleiterbranche belastet.
Massive Kursverluste bei Samsung, SK Hynix und Co.
Die Auswirkungen auf die asiatischen Börsen waren erheblich. Die südkoreanischen Halbleiter-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix verzeichneten Kursverluste von jeweils zwischen 8 % und 10 %. Beide Unternehmen gehören zu den weltweit führenden Herstellern von Speicherchips, die in KI-Rechenzentren massenhaft eingesetzt werden.
Auch japanische Chipausrüster blieben nicht verschont: Die Aktien von Advantest Corp fielen um mehr als 7 %, während Tokyo Electron rund 5 % einbüßte. Die in Taipeh notierten Aktien von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC), dem weltgrößten Auftragsfertiger für Halbleiter, gaben ebenfalls um mehr als 2 % nach.
Meta plant eigenes Cloud-Geschäft mit KI-Kapazitäten
Zusätzlichen Druck auf die Branche erzeugte ein Bericht von Bloomberg News, wonach Meta Platforms ein Cloud-Geschäft entwickelt, um überschüssige KI-Rechenkapazitäten zu verkaufen. Demnach erwägt Meta, Kunden über einen neuen Cloud-Dienst Zugang zu KI-Modellen und freien Rechenkapazitäten zu bieten. Ziel ist es, Renditen aus den massiven Investitionen in die eigene KI-Infrastruktur zu erwirtschaften.
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Zur AktienanalyseDieser Schritt würde bedeuten, dass Meta – ähnlich wie Amazon mit AWS oder Microsoft mit Azure – eigene Rechenleistung an Dritte vermarktet. Für die Chipbranche ist das eine zwiespältige Nachricht: Einerseits könnte ein neuer Cloud-Anbieter langfristig mehr Hardware nachfragen, andererseits signalisiert das Angebot überschüssiger Kapazitäten, dass bestehende Infrastruktur nicht vollständig ausgelastet ist.
Die Kombination beider Berichte löste bei Investoren Befürchtungen aus, dass KI-Unternehmen in der Lage sein könnten, mehr Wert aus bestehender Hardware zu ziehen – und damit die Dringlichkeit für Neuanschaffungen von Chips potenziell zu verringern. Für die Halbleiterbranche, die in den vergangenen Jahren stark vom KI-Boom profitiert hatte, ist das ein ernstes Warnsignal.


