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Asiatische Börsen unter Druck: Nikkei und KOSPI mit Chipverlusten

Tech-Gewinnmitnahmen und BOJ-Zinssorgen belasten Japans und Südkoreas Märkte – Samsung und SK Hynix brechen ein.

Asiatische Börsen unter Druck: Nikkei und KOSPI mit Chipverlusten

Asiatische Aktien haben am Freitag überwiegend nachgegeben, da Anleger Gewinne im Technologiesektor mitnahmen und in konjunktursensiblere Titel umschichteten. Besonders hart traf es die japanischen und südkoreanischen Märkte, wo Chip- und KI-Werte ihre jüngsten Verluste deutlich ausweiteten. Hinzu kamen wachsende Spekulationen über eine baldige Zinserhöhung der Bank of Japan (BOJ).

Die Wall Street lieferte eine durchwachsene Vorgabe: Die US-Märkte schlossen über Nacht uneinheitlich, da Investoren ebenfalls Tech-Werte verkauften und in wirtschaftlich sensiblere Sektoren umschichteten. Im asiatischen Handel fielen die Futures auf den Nasdaq 100 um knapp 1%, während die S&P 500 Futures um 0,5% nachgaben – ein Signal, dass dem Technologiesektor weitere Verluste drohen könnten.

Im Fokus der Märkte standen zudem die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) für Mai, die im Tagesverlauf veröffentlicht werden sollten. Die Zahlen gelten als wichtiger Indikator für den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft. Zusätzliche Unsicherheit entstand durch die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten sowie geringe Fortschritte bei einem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran.

Südkoreas KOSPI mit massiven Verlusten

Südkoreas KOSPI war der mit Abstand schwächste Markt in der Region und verlor zeitweise bis zu 6%. Haupttreiber der Verluste waren lokale Chipwerte: Samsung Electronics und SK Hynix brachen jeweils um über 8% ein, konnten jedoch einen Teil der anfänglichen Verluste wieder aufholen. Beide Unternehmen gehören zu den weltweit führenden Herstellern von Speicherchips und gelten als Barometer für den globalen Halbleitersektor.

Zusätzlichen Druck auf den südkoreanischen Markt übten Äußerungen von Arbeitsminister Kim Young-Hoon aus. Gegenüber Reuters erklärte er, die größten Technologieunternehmen des Landes sollten einen größeren Teil ihrer KI-Gewinne mit Zulieferern, Subunternehmern und Arbeitnehmern teilen. Hoon hatte zuvor dazu beigetragen, in letzter Minute eine Lohnvereinbarung zwischen Samsung und einer großen Gewerkschaft auszuhandeln, wodurch ein Streik abgewendet und den Beschäftigten in der Speicherchip-Sparte hohe Sonderzahlungen ermöglicht wurden.

Nikkei 225 belastet durch BOJ-Zinssorgen

Japans Nikkei 225 verlor 1,6%, ebenfalls getrieben durch Abgaben bei Tech- und Chipwerten. Zu den schwächsten Werten im Index zählten SUMCO Corp., Ibiden Co Ltd und Renesas Electronics Corp – allesamt Unternehmen, die zuletzt vom KI-Optimismus profitiert hatten. Der breiter gefasste TOPIX-Index hielt sich dagegen nahezu unverändert, gestützt durch Gewinne bei Industrie- und Konsumtiteln.

Zusätzlich belasteten verstärkte Spekulationen über eine BOJ-Zinserhöhung im Juni die japanischen Märkte. BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda hatte Anfang der Woche signalisiert, dass die Zentralbank eine Zinsanhebung im weiteren Monatsverlauf diskutieren werde. Die am Freitag veröffentlichten Lohnzuwachsdaten für April übertrafen die Erwartungen und deuten darauf hin, dass die BOJ mehr Spielraum für Zinserhöhungen hat – Löhne und Inflation sind die beiden zentralen Faktoren für die Zinsentscheidungen der japanischen Notenbank.

Breite Schwäche in ganz Asien

Auch die übrigen asiatischen Märkte tendierten schwächer. Hongkongs Hang Seng Index fiel um 0,8%, belastet durch Verluste im Technologiesektor. Chinas Shanghai Shenzhen CSI 300 und der Shanghai Composite Index bewegten sich in einer engen Handelsspanne. Australiens ASX 200 verlor 0,6%, der Straits Times Index in Singapur gab um 0,1% nach.

Die Futures für den indischen Nifty 50 deuteten auf eine flache Eröffnung hin, da die Reserve Bank of India im Tagesverlauf ihre Zinsentscheidung bekanntgeben sollte. Marktbeobachter erwarteten zwar unveränderte Zinsen, rechneten jedoch damit, dass die Zentralbank angesichts des wirtschaftlichen Gegenwinds durch den Nahost-Konflikt einen eher taubenhaften Ton anschlagen könnte.

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