Asiatische Börsen steigen: Kospi knackt erstmals 7.000-Punkte-Marke
Hoffnungen auf ein US-Iran-Friedensabkommen und Wall-Street-Gewinne treiben Asiens Märkte kräftig nach oben.

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Mittwochnachmittag deutlich zugelegt. Ausschlaggebend waren Kursgewinne an der Wall Street vom Vorabend sowie aufkeimende Hoffnungen auf eine Entspannung der Spannungen im Nahen Osten. Besonders auffällig: Der südkoreanische Leitindex Kospi überschritt erstmals in seiner Geschichte die Marke von 7.000 Punkten.
Auslöser der positiven Stimmung war ein Beitrag von US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social. Darin erklärte er am Dienstagabend, dass „große Fortschritte auf dem Weg zu einem vollständigen und endgültigen Abkommen mit Vertretern des Irans erzielt wurden". Trump gab zudem bekannt, er habe zugestimmt, die Initiative „Project Freedom" – ein Programm zur Begleitung von Handelsschiffen durch die strategisch wichtige Straße von Hormus – vorübergehend auszusetzen. Diese Pause erfolge auf Ersuchen Pakistans sowie anderer Länder und sei von kurzer Dauer, so Trump.
Diplomatie erhält Raum – aber Risiken bleiben
Marktbeobachter bewerten die Entwicklung vorsichtig optimistisch. „Die Pause bei ‚Project Freedom' deutet darauf hin, dass Washington der Diplomatie Raum geben möchte", schrieb Charu Chanana von Saxo Markets in einer E-Mail. Die Chef-Anlagestrategin ergänzte jedoch: „Die Märkte können zulegen, da das unmittelbare Risiko einer größeren Konfrontation zurückgedrängt wurde, aber das zugrunde liegende regionale Risiko ist eindeutig nicht verschwunden." Gleichzeitig betonte Trump in seinem Beitrag, dass die US-Blockade iranischer Häfen weiterhin in vollem Umfang in Kraft bleibe. Die Regierung werde prüfen, ob das Abkommen abgeschlossen und unterzeichnet werden könne.
Der südkoreanische Kospi war der große Gewinner des Tages. Angetrieben durch starke Kursgewinne bei Chipherstellern schoss der Index um 6,7 Prozent auf 7.404,35 Punkte nach oben. Das Indexschwergewicht Samsung Electronics verteuerte sich um beeindruckende 14,7 Prozent, während der Nvidia-Zulieferer SK Hynix im Nachmittagshandel um 10,3 Prozent zulegte. Die südkoreanische Börsenaufsicht sah sich gezwungen, den Handel kurzzeitig zu unterbrechen, nachdem der Kospi-Futures-Index um mehr als 5 Prozent nach oben geschnellt war – eine Maßnahme, die übermäßige Marktbewegungen abfedern soll.
Breite Erholung in ganz Asien
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Zur AktienanalyseAuch die übrigen asiatischen Märkte profitierten von der positiven Stimmung. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg um 0,8 Prozent, der Shanghai Composite in China legte um 1,3 Prozent zu und der malaysische FTSE Bursa Malaysia KLCI notierte 0,6 Prozent höher. Die japanischen Märkte blieben aufgrund eines Feiertags geschlossen und konnten an der Rally nicht teilnehmen.
Auch die US-Futures deuteten auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung hin. Die eMini Nasdaq 100 Futures gewannen 0,7 Prozent, die eMini S&P 500 Futures legten um 0,3 Prozent zu und die eMini Dow Futures stiegen um 0,2 Prozent. Für Anleger bleibt die Lage dennoch komplex: Solange ein endgültiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran nicht unterzeichnet ist, dürfte die geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten ein latentes Risiko für die globalen Finanzmärkte darstellen.


