Asiatische Börsen brechen wegen Ölschock-Angst massiv ein
Der kriegsbedingte Ausverkauf an den Weltmärkten trifft Asien hart – Südkorea und Japan verzeichnen massive Kursverluste.

Der KOSPI in Seoul brach am Mittwoch zeitweise um fast 13 Prozent ein und notierte zur Mitte des Handelstages noch 8 Prozent im Minus. Die Zwei-Tages-Verluste des südkoreanischen Leitindex sind die höchsten seit 2009. Panik erfasste dabei einen der zuvor erfolgreichsten Trades des Jahres und ließ Käufer nahezu verschwinden.
Auch Japan und Taiwan blieben nicht verschont: Der Nikkei verlor 3,7 Prozent, taiwanesische Aktien gaben 3,6 Prozent nach. Thailand führte die Schwellenländer mit einem Einbruch von 7,7 Prozent an. Der Hintergrund: Ein Großteil Asiens importiert seine Energie durch die Straße von Hormus – ein potenziell lang anhaltender Ölschock kombiniert mit einem stärkeren US-Dollar verteuert die Energiekosten für die Region erheblich.
Trumps Ankündigung sorgt für kurze Erholung, aber wenig Vertrauen
Am späten Dienstagabend New Yorker Zeit sorgte ein Post von US-Präsident Trump für eine gewisse Marktberuhigung. Er kündigte an, die U.S. International Development Finance Corporation (DFC) anzuweisen, politische Risikoversicherungen und Finanzgarantien für Tanker im Persischen Golf bereitzustellen – möglicherweise ergänzt durch Marine-Eskorten.
Analysten zeigten sich jedoch skeptisch. Die fehlende Vorbereitung vor dem Angriff auf den Iran hinterließ wenig Vertrauen in die Umsetzungsfähigkeit. Schon im Iran-Irak-Krieg 1987 war die Bereitstellung solcher Versicherungen aufwendig und in ihrem Umfang begrenzt – weit entfernt von dem, was heute für hunderte Tanker durch die Straße von Hormus nötig wäre. Die überwiegende Mehrheit dieser Tanker fährt weder unter US-Flagge noch befindet sie sich in US-Besitz.
Zusätzliche Fragezeichen bestehen hinsichtlich der DFC: Ob die Behörde über ausreichende Mittel und versicherungstechnische Expertise zur Risikoabsicherung verfügt, ist völlig unklar. Rechtliche Anfechtungen in den USA gelten als wahrscheinlich. Auch bei einer möglichen Marine-Eskorte bleiben Zweifel: Die Straße von Hormus ist schmal, navigatorisch anspruchsvoll und liegt nur wenige Kilometer südlich des feindseligen Irans – die ohnehin schiffsschwache US-Marine hat das Gebiet bisher bewusst gemieden.
Risse im Private-Credit-Markt verschärfen die Lage
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Zur AktienanalyseZusätzlich zum geopolitischen Druck belasten Turbulenzen im Bereich Private Credit die Stimmung. Der Flaggschiff-Fonds für Private Credit von Blackstone verzeichnete im ersten Quartal einen sprunghaften Anstieg der Mittelabflüsse: Anleger zogen netto 1,7 Milliarden US-Dollar ab, wie aus einer Mitteilung vom Montag hervorgeht.
Parallel dazu verunsichert die Angst vor KI-bedingten Disruptionen den Softwaresektor. Anleger warten nun auf weitere Entwicklungen im Iran-Konflikt sowie auf US-Wirtschaftsdaten: den ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor und die ADP-Beschäftigungszahlen werden am Mittwoch veröffentlicht.


