Asiatische Aktienmärkte unter Druck: KI-Sorgen treffen Südkorea hart
Ein Rücksetzer bei US-Chipwerten schürt Zweifel an der KI-Begeisterung und reißt asiatische Börsen ins Minus.

Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum haben überwiegend Verluste verzeichnet. Auslöser war ein deutlicher Rücksetzer bei US-amerikanischen Halbleiterwerten, der Sorgen über die Nachhaltigkeit der Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) entfachte. Besonders hart traf es das chip-lastige Südkorea.
Der südkoreanische Leitindex Kospi rutschte in einen Bärenmarkt ab – ein Begriff, der einen Rückgang von mindestens 20 Prozent gegenüber einem jüngsten Hoch beschreibt. Der Index notierte zuletzt 6,4 Prozent tiefer. Der starke Einbruch veranlasste die Korea Exchange dazu, den Handel mit den im Kospi enthaltenen Werten am frühen Donnerstag kurzzeitig auszusetzen – ein sogenannter „Circuit Breaker", der bei extremen Marktbewegungen greift.
Schwergewichte SK Hynix und Samsung unter Druck
Besonders schwer wogen die Verluste bei den beiden Indexschwergewichten SK Hynix und Samsung Electronics, die zusammen etwa die Hälfte des kapitalisierungsgewichteten Kospi ausmachen. SK Hynix verlor rund 11 Prozent, Samsung Electronics gab um 8,2 Prozent nach. Damit machte der volatile südkoreanische Markt einen Großteil seiner Gewinne vom Vortag wieder zunichte.
Die Schwäche bei SK Hynix spiegelte sich auch an den US-Märkten wider: Die American Depository Receipts (ADRs) des Unternehmens schlossen über Nacht 9,0 Prozent tiefer. Belastet wurden sie durch die Schwäche bei US-Halbleiterwerten wie Micron Technology und Intel, die beide an der Nasdaq notiert sind.
Breite Verluste in der gesamten Region
Auch andere große Märkte in der Region gaben nach. Japans Nikkei Stock Average sank um 2,8 Prozent, der australische S&P/ASX 200 verlor 0,3 Prozent. In China fiel der Shanghai Composite um 0,6 Prozent, Taiwans Taiex gab um 0,1 Prozent nach. Gegen den regionalen Trend legte einzig der Hang Seng Index in Hongkong zu – er stieg um 1,8 Prozent.
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Zur AktienanalyseChris Beauchamp, Chef-Marktanalyst bei IG, ordnete die Entwicklung in einem Kommentar ein: „Sowohl der Nikkei als auch der Nasdaq Composite seien auf der Welle der KI-Begeisterung geritten, aber nun scheint dieser Handel von Unsicherheit geprägt zu sein und es drohen weitere Rückgänge." Die Aussage verdeutlicht, wie stark die jüngsten Kursgewinne vieler Technologie- und Chipwerte auf dem Thema Künstliche Intelligenz fußten – und wie anfällig diese Bewertungen für einen Stimmungsumschwung sind.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, da viele europäische Technologie- und Halbleiterfonds erhebliche Positionen in südkoreanischen und japanischen Werten halten. Ein anhaltender Rückgang der KI-Euphorie an den globalen Märkten könnte auch hiesige Depots belasten.


