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Asiatische Aktien drehen ins Minus – US-Iran-Gespräche stocken

Gewinnmitnahmen nach Rekordrallys und Unsicherheit über US-iranische Verhandlungen belasten Asiens Börsen und treiben Ölpreise nach oben.

Asiatische Aktien drehen ins Minus – US-Iran-Gespräche stocken

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag ihre anfänglichen Gewinne abgegeben und ins Minus gedreht. Auslöser waren Gewinnmitnahmen nach starken Wochenrallys in Japan und Südkorea sowie aufkeimende Zweifel an den Fortschritten der Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Auch die europäischen Börsen steuerten auf eine schwächere Eröffnung zu – regionale Aktienfutures gaben um 0,6% nach.

Besonders belastend wirkte die Absage von US-Vizepräsident JD Vance, der eine geplante Reise in die Schweiz für Gespräche mit iranischen Unterhändlern kurzfristig strich. Das Schweizer Außenministerium bestätigte, dass die für Freitag angesetzten Verhandlungen nicht stattfinden werden. Die Nasdaq-Futures reagierten mit einem Minus von 0,9% auf die Nachricht.

Nikkei und Kospi geben nach Rekordhochs nach

Der japanische Nikkei-Index verlor 0,6%, nachdem er im Morgenhandel noch den fünften Tag in Folge ein neues Rekordhoch markiert hatte. Auf Wochensicht verbleibt dennoch ein beachtliches Plus von 7%. Südkorea verzeichnete ein noch deutlicheres Tagesminus von 1,8%, liegt auf Wochensicht aber weiterhin mit 9,5% im Plus. Die Aktienmärkte in Festlandchina, Hongkong und Taiwan blieben feiertagsbedingt – Drachenbootfest bzw. lokale Feiertage – geschlossen.

Die Ölpreise erholten sich nach anfänglichen Verlusten. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 0,8% auf 77,23 US-Dollar pro Barrel. Auf Wochensicht steht jedoch weiterhin ein Verlust zu Buche, nachdem die USA und der Iran ein Friedensabkommen unterzeichnet hatten, das die Kämpfe beenden und die Straße von Hormus wieder freigeben soll. Erste Öltanker haben bereits mit der Durchfahrt durch die strategisch wichtige Meerenge begonnen, nachdem die USA ihre Blockade gegen den Iran am Donnerstag aufgehoben hatten.

Analysten von RBC Capital Markets äußerten sich skeptisch zur Nachhaltigkeit des Abkommens: „Wir räumen ein, dass eine Reihe von Schiffen darauf brennen wird, die warmen Gewässer des Golfs zu verlassen, und wir glauben, dass der Rohölpreis angesichts einer Flut von Schlagzeilen über die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs Schwierigkeiten haben wird, Halt zu finden. Dennoch stellen wir die Beständigkeit des Abkommens in Frage." Die Analysten verwiesen dabei auf das Rote Meer als Vergleich: Dort liegt der Schiffsverkehr trotz eines im Mai 2025 von den Huthis unterzeichneten Waffenstillstands weiterhin um mehr als 50% unter dem Vorkrisenniveau.

US-Dollar auf 13-Monats-Hoch – Yen unter Druck

Der US-Dollar legte gegenüber den wichtigsten Währungen auf ein neues 13-Monats-Hoch zu. Treiber ist die restriktivere Haltung der US-Notenbank Federal Reserve unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh, der ein klares Bekenntnis zur Preisstabilität abgegeben hat. Die Märkte preisen inzwischen mehr als eine Zinserhöhung für dieses Jahr ein. Neun von 19 Fed-Vertretern signalisierten höhere Kreditkosten, als die Zentralbank am Mittwoch die Zinsen erwartungsgemäß unverändert ließ. Der US-Dollar-Index stieg auf Wochensicht um 1,3% auf 101,07 Punkte.

Der japanische Yen fiel auf 161,4 pro Dollar – den niedrigsten Stand seit Juli 2024. Damit liegt er deutlich über der Marke von 160, die weithin als kritische Schwelle für eine mögliche japanische Währungsintervention gilt. Das britische Pfund notierte 0,3% schwächer bei 1,3168 Dollar, nachdem die Bank of England die Leitzinsen mit einer Mehrheit von 7 zu 2 Stimmen unverändert gelassen hatte.

Anleihen und Edelmetalle im Fokus

Am US-Anleihemarkt zeigte sich ein gespaltenes Bild. Die falkenhafte Wende der Fed belastete kurzfristige Staatsanleihen: Die Renditen zweijähriger US-Treasuries stiegen in der Woche um 9 Basispunkte auf 4,179%. Langlaufende Anleihen profitierten hingegen – die Renditen zehnjähriger Papiere fielen um 3 Basispunkte auf 4,451%, während 30-jährige Anleihen mit 4,901% auf dem niedrigsten Stand seit rund zwei Monaten notierten. Der Kassamarkt für US-Anleihen blieb in Asien aufgrund des Juneteenth-Feiertags in den USA geschlossen.

Edelmetalle gerieten durch den starken Dollar erheblich unter Druck. Spot-Gold verbilligte sich um 1,9% auf 4.129 US-Dollar pro Unze. Spot-Silber verlor sogar 3,6% und fiel auf 63,40 US-Dollar pro Unze. Für Anleger, die in Euro rechnen, wird der Rückgang durch den schwächeren Dollar gegenüber dem Euro teilweise abgefedert.

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