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Asiatische Aktien auf Wochenhoch: Fed-Zinssorgen schwinden deutlich

Moderate US-Inflationsdaten beflügeln Asiens Börsen – der MSCI Asia-Pacific steuert auf den stärksten Wochengewinn seit zwei Monaten zu.

Asiatische Aktien auf Wochenhoch: Fed-Zinssorgen schwinden deutlich

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag zugelegt und steuern auf ihre stärkste Woche seit zwei Monaten zu. Ausschlaggebend dafür sind moderate US-Inflationsdaten, die die Erwartungen einer baldigen Zinserhöhung durch die Federal Reserve deutlich gedämpft haben. Händler preisen laut CME FedWatch Tool nun nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 35% für eine Fed-Zinserhöhung im September ein – verglichen mit 55% in der Vorwoche.

Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,16% und steuert auf einen Wochengewinn von 2,6% zu – die stärkste Performance seit Mitte Juni. Japans Nikkei legte 1,5% zu. Besonders bemerkenswert: Der südkoreanische KOSPI, ein wichtiges Barometer für die Anlegerstimmung im KI-Sektor, stieg um 1,8% und war auf dem besten Weg, eine siebenwöchige Verlustserie mit Gewinnen von fast 11% zu beenden.

Künstliche Intelligenz als Kurstreiber

Die Märkte haben sich zuletzt stark auf das Thema Künstliche Intelligenz konzentriert. Starke Quartalsergebnisse zerstreuten dabei die Sorgen der Anleger über massive KI-Ausgaben. Geopolitische Risiken – insbesondere der stockende Friedensprozess im Nahen Osten – wurden von den Märkten weitgehend ignoriert.

Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo, sieht die aktuelle Risikobereitschaft als fragil an. „Dies ist jedoch eher eine von Schlagzeilen getriebene Rallye als ein reines Risk-on-Regime", sagte Chanana. „Ohne Klarheit über den Nahen Osten bzw. die Straße von Hormus könnte ein erneuter Ölpreissprung die Inflations- und Fed-Sorgen schnell wieder aufleben lassen."

Die europäischen Aktien-Futures deuteten auf eine höhere Eröffnung hin, während die Nasdaq-Futures leicht um 0,1% nachgaben. Die US-Inflationsberichte der Woche signalisierten, dass der Preisdruck unter Kontrolle bleibt – eine wichtige Voraussetzung für eine mögliche Zinspause der Fed.

Ölpreis erholt sich – Nahost-Risiken bleiben

Die Brent-Futures stabilisierten sich bei 87,03 US-Dollar pro Barrel und steuern auf einen Wochengewinn von 4% zu. Damit wurde eine zweiwöchige Verlustserie beendet, nachdem die USA gedroht hatten, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran zu erhöhen, einschließlich der Ausweitung einer Seeblockade.

John Sidawi, Senior Portfolio Manager für festverzinsliche Wertpapiere bei Federated Hermes, warnte vor einer wachsenden Diskrepanz zwischen geopolitischer Unsicherheit und der Volatilität der Vermögenspreise. „Vorerst scheinen die Märkte bereit zu sein, ein erhebliches Maß an Unsicherheit zu tolerieren, ohne höhere Risikoprämien zu verlangen. Dieses Gleichgewicht wird jedoch wahrscheinlich nicht von Dauer sein", sagte Sidawi. Er ergänzte, dass eine bedeutende Eskalation des Konflikts oder ein klarer Weg zu einer Lösung die Anleger dazu zwingen könnte, ihre abwartende Haltung aufzugeben – mit potenziell erheblicher Volatilität als Folge.

Yen unter Druck – Bank of Japan im Fokus

Der japanische Yen notierte bei 159,36 pro US-Dollar und nähert sich damit erneut der kritischen Marke von 160. Händler gehen davon aus, dass diese Schwelle eine weitere Runde von Yen-Käufen durch Tokio auslösen könnte. Eine gemeinsame Intervention mit den USA im vergangenen Monat hatte die schwache Währung nicht nachhaltig stabilisieren können.

Padhraic Garvey, Leiter der globalen Zins- und Schuldenstrategie bei ING, macht eine „übervorsichtige Bank of Japan und einen Leitzins, der zu niedrig bleibt" für die Yen-Schwäche verantwortlich. „Diese Spannung kann durch Zinserhöhungen gemildert werden, und je früher, desto besser", sagte Garvey. Händler preisen inzwischen die Möglichkeit einer BOJ-Zinserhöhung im September ein, sehen aber das Risiko einer Enttäuschung, falls die Zentralbank als nicht ausreichend restriktiv wahrgenommen wird.

Gold gab um 0,6% auf 4.325 US-Dollar pro Unze nach, da Händler Gewinne mitnahmen. Das Edelmetall hatte in der vorangegangenen Sitzung den höchsten Stand seit Anfang Juni erreicht – getrieben von den schwindenden Erwartungen einer kurzfristigen US-Zinserhöhung.

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