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Armada sammelt 230 Millionen Dollar für modulare KI-Rechenzentren

Das Start-up Armada wird mit zwei Milliarden Dollar bewertet und baut gemeinsam mit Johnson Controls eine Fabrik in Arizona.

Armada sammelt 230 Millionen Dollar für modulare KI-Rechenzentren

Das in San Francisco ansässige Unternehmen Armada hat in einer Serie-B-Finanzierungsrunde 230 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die am Dienstag bekannt gegebene Runde bewertet das Start-up mit zwei Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig wurde Armada in die renommierte „CNBC Disruptor 50"-Liste des Jahres 2026 aufgenommen.

Armada entwickelt modulare Rechenzentren, die bei Kunden aus den Bereichen Verteidigung, Energie und Militär zunehmend gefragt sind. Im Gegensatz zu den riesigen Rechenzentren klassischer Hyperscaler lassen sich die Anlagen von Armada direkt an bestehende Energiequellen – etwa Solaranlagen oder Gasfackeln von Ölquellen – anschließen und innerhalb von Tagen statt Jahren in Betrieb nehmen. Die modularen Systeme ermöglichen KI-Verarbeitung direkt vor Ort, ohne dass Daten erst zu entfernten Servern übertragen werden müssen.

Fabrik in Arizona und Partnerschaft mit Johnson Controls

Die Finanzierungsrunde geht einher mit einem bedeutenden Fertigungsabkommen: Johnson Controls, ein weltweit tätiger Gebäudetechnikkonzern, hat sich an Armada beteiligt und wird gemeinsam mit dem Start-up modulare Rechenzentren in einer neuen Fabrik in Arizona produzieren. Das Werk trägt den Namen „Galleon Forge One" und umfasst rund 400.000 Quadratfuß – umgerechnet etwa 37.000 Quadratmeter. Es sollen dort mehr als 500 Arbeitsplätze entstehen.

Ab diesem Sommer wird die Fabrik zunächst Armadas Modell „Leviathan" fertigen, ein Rechenzentrum im Megawatt-Bereich. Johnson Controls bringt dabei ein Netzwerk von 40.000 Außendienstmitarbeitern in wichtigen Regionen ein, was Armada eine breitere Produktions- und Einsatzkapazität für KI-Infrastruktur verschafft.

Joakim Weidemanis, CEO von Johnson Controls, kommentierte die Zusammenarbeit: „Johnson Controls arbeitet mit Armada zusammen, um schnell sichere, modulare Rechenzentren in großem Maßstab zu liefern." Er ergänzte: „Die differenzierte Technologie von Johnson Controls, die Fertigungsstärke in den USA und die Expertise von Armada im Bereich Edge Computing werden thermisch kritische Umgebungen schaffen, die berechenbar funktionieren, schnell einsatzbereit sind und sicher skalieren."

Militär, Energie und globale Expansion

Armada beliefert bereits das US-Militär sowie Branchen wie Bergbau, Telekommunikation und die Öl- und Gasindustrie – Sektoren, die das Unternehmen als „rugged", also besonders anspruchsvoll, bezeichnet. Die US-Marine setzte Armadas Technologie beim UNITAS-Marinemanöver ein. Konteradmiral Carlos Sardiello hob dabei hervor, dass modulare Rechenzentren und Edge Computing der Marine bei Einsätzen auf See helfen.

Darüber hinaus ist Armada an der „Genesis Mission" des US-Energieministeriums beteiligt, die nationale Labore, Supercomputer und Datensätze zu einer gemeinsamen KI-Forschungsplattform vernetzt. International ist das Unternehmen in Australien mit WinDC aktiv, wo tragbare KI-Fabriken bereitgestellt werden, sowie in der norwegischen Öl- und Gasindustrie mit dem Partner Aker BP.

Explosives Wachstum bei Kundenbuchungen

Die Wachstumszahlen von Armada sind beeindruckend: Die Kundenbuchungen stiegen vom Geschäftsjahr 2025 auf das Geschäftsjahr 2026 um 540 Prozent. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 verzeichnete das Unternehmen im Jahresvergleich sogar einen Anstieg von 2.000 Prozent.

Armada positioniert sich damit als wichtiger Akteur im globalen KI-Wettbewerb. Das Unternehmen hat seine Mission in den Kontext des technologischen Rennens zwischen den USA und China gestellt und bezeichnet dieses als das „entscheidende Rennen unserer Zeit". Für deutsche Investoren und Beobachter des KI-Infrastrukturmarkts ist Armada ein Beispiel dafür, wie dezentrale, mobile Rechenzentren eine wachsende Alternative zu klassischen Hyperscaler-Strukturen darstellen können.

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