Argentiniens Wirtschaft wächst im ersten Quartal stärker als erwartet
Das BIP legte um 0,7 Prozent zu und übertraf damit die Analystenprognose von 0,4 Prozent deutlich.

Argentiniens Wirtschaft hat im ersten Quartal 2026 überraschend stark zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die lediglich ein Wachstum von 0,4 Prozent prognostiziert hatten. Dies geht aus am Dienstag veröffentlichten Regierungsdaten hervor.
Auf Jahresbasis fiel das Wachstum noch deutlicher aus: Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres legte die argentinische Wirtschaft um 2,3 Prozent zu. Das Ergebnis signalisiert eine gewisse Stabilisierung der argentinischen Konjunktur, die in den vergangenen Jahren von schwerer Wirtschaftskrise, Hyperinflation und Währungsturbulenzen geprägt war.
Konsum treibt Wachstum – Investitionen und Exporte schwächeln
Als wichtigster Wachstumstreiber erwiesen sich die privaten Konsumausgaben. Sie stützten das Quartalswachstum maßgeblich. Dagegen entwickelten sich andere Komponenten der Wirtschaftsleistung deutlich schwächer: Kapitalinvestitionen, Exporte und Staatsausgaben gingen im Vergleich zum Vorquartal allesamt zurück.
Zum positiven Gesamtergebnis trug auch ein Rückgang der Importe bei. Sinkende Einfuhren verbessern rechnerisch den Wachstumsbeitrag des Außenhandels, spiegeln aber häufig auch eine gedämpfte Binnennachfrage wider – ein ambivalentes Signal für die Konjunkturentwicklung.
Arbeitslosigkeit steigt, Löhne hinken Inflation hinterher
Trotz des positiven BIP-Wachstums bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt angespannt. Die Arbeitslosigkeit stieg im ersten Quartal an, was die Erholung für viele Argentinier spürbar eintrübt. Besonders belastend ist die anhaltende Kaufkraftschwäche der Bevölkerung.
Separate Regierungsdaten zeigen, dass die Löhne im April zwar um 3,7 Prozent stiegen und damit die monatliche Inflationsrate übertrafen. Doch im Jahresverlauf seit Januar ergibt sich ein anderes Bild: Die Löhne legten insgesamt um 11 Prozent zu, während die Inflation im gleichen Zeitraum bei knapp 12 Prozent lag. Real verlieren argentinische Arbeitnehmer damit weiterhin an Kaufkraft.
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Zur AktienanalyseArgentinien kämpft seit Jahren mit einer der höchsten Inflationsraten weltweit. Die Regierung unter Präsident Javier Milei verfolgt seit Ende 2023 einen radikalen Sparkurs, um die Staatsfinanzen zu sanieren und die Inflation zu bekämpfen. Die aktuellen Wachstumszahlen könnten als erstes Zeichen gewertet werden, dass die Wirtschaft trotz der harten Einschnitte langsam wieder Tritt fasst.
Für internationale Investoren und Beobachter bleibt Argentinien ein Land mit hohem Risiko, aber auch mit Erholungspotenzial. Die Kombination aus überraschendem BIP-Wachstum und weiterhin negativem Reallohnwachstum zeigt jedoch, dass die wirtschaftliche Erholung noch auf wackeligem Fundament steht.

