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Argentinien sagt BRICS-Mitgliedschaft ab

Radikaler Wirtschaftsumbau unter neuem Präsidenten Milei wirft Schatten auf internationale Beziehungen

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Argentinien sagt BRICS-Mitgliedschaft ab

Argentinien hat überraschend seine Entscheidung bekannt gegeben, der BRICS-Staatengruppe nicht beizutreten. Dieser Schritt kommt nur wenige Wochen, bevor das Land offiziell Mitglied dieser Vereinigung der wichtigsten Schwellenländer werden sollte, die als Gegengewicht zur G7 agiert. Die zukünftige Außenministerin Argentiniens, Diana Mondino, machte diese Kehrtwende öffentlich und erteilte damit der Einladung der BRICS-Gruppe vom Sommer eine Absage.

Die BRICS-Gruppe, bestehend aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, hatte im August sechs weitere Staaten, darunter Argentinien, zur Mitgliedschaft eingeladen. Diese Erweiterung sollte dem Bündnis mehr globales Gewicht verleihen, insbesondere im Kontext eines wachsenden Drucks seitens Russlands und Chinas, ein Gegengewicht zum Westen zu schaffen. Brasilien hingegen lehnte die Idee ab, sich gegenüber dem G7-Bündnis der wichtigsten westlichen Industrieländer zu positionieren.

Neben Argentinien hatten sich auch Ägypten, Äthiopien, Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate als mögliche neue Mitglieder der BRICS-Gruppe angeboten. Der geplante Beitritt Argentiniens sollte am 1. Januar 2024 wirksam werden.

Diese Entscheidung Argentiniens kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Land vor tiefgreifenden Veränderungen steht. Der Rechtspopulist Javier Milei, der im November die Präsidentenwahl deutlich gewonnen hat, plant einen radikalen Umbau der Wirtschaft. Im Wahlkampf hatte er eine wirtschaftliche Schocktherapie für das Land angekündigt, das unter dreistelligen Inflationsraten, einer schwachen Wirtschaft und steigender Armut leidet. Die neue Regierung unter Milei wird am 10. Dezember vereidigt, und er hat bereits angekündigt, den ehemaligen Notenbankchef Luis Caputo zum Wirtschaftsminister zu ernennen. Milei betonte, dass für die Bewältigung der wirtschaftlichen Probleme Expertise erforderlich sei.

Luis Caputo, ein ehemaliger Wall-Street-Banker, ist kein Neuling im argentinischen Regierungsgeschäft. Er wurde bereits 2015 von Präsident Mauricio Macri zum Finanzminister berufen und später im Jahr 2018 zum Notenbankchef ernannt, trat jedoch nach nur drei Monaten zurück. Damals befand sich Argentinien in Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), und das Land ist mit 44 Milliarden Dollar der größte Schuldner des Fonds. Die kommenden Monate werden zeigen, wie Argentinien unter der Führung von Präsident Milei seine wirtschaftlichen Herausforderungen angehen wird, während es sich gleichzeitig von einer möglichen Mitgliedschaft in der BRICS-Gruppe verabschiedet hat.

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