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Argentinien legt Haushalt 2027 vor – BIP-Wachstum von 4% erwartet

Regierung Milei prognostiziert Wirtschaftswachstum und sinkende Inflation vor den Wahlen 2027.

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Argentinien legt Haushalt 2027 vor – BIP-Wachstum von 4% erwartet

Die argentinische Regierung hat am Dienstag ihren Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2027 dem Kongress vorgelegt. Darin legt Präsident Javier Milei seine wirtschaftlichen Projektionen und Ausgabenprioritäten dar, bevor im nächsten Jahr Präsidentschaftswahlen anstehen. Der Entwurf sieht ein BIP-Wachstum von vier Prozent im Jahr 2027 vor, nach erwarteten drei Prozent im laufenden Jahr.

Die Regierung rechnet zudem mit einem Handelsüberschuss von über 15 Milliarden US-Dollar im kommenden Jahr. Die jährliche Inflation wird auf 18 Prozent geschätzt, verglichen mit 29 Prozent in diesem Jahr. Dies zeigt eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Milei seit seinem Amtsantritt Ende 2023 durch ein striktes Austeritätsprogramm erreicht hat.

Argentinien wird im Oktober 2027 Präsidentschaftswahlen abhalten. Es wird allgemein erwartet, dass Milei um eine Wiederwahl kandidieren wird. Der Haushaltsentwurf gilt als der letzte vollständige fiskalische Plan der Verwaltung vor der Wahl und dürfte als Leitfaden für wirtschaftliche und politische Prioritäten im Wahlkampf dienen.

Haushaltsverfahren und politischer Kontext

Der Entwurf geht nun an den Haushaltsausschuss und anschließend an den Kongress. Argentinien operierte bereits über längere Zeiträume ohne einen genehmigten Haushalt, wobei der Vorjahresplan übernommen wurde. Dies ist der Ausweichmechanismus, falls der Genehmigungsprozess scheitert. Die Verabschiedung des Haushalts ist daher nicht garantiert, was für das Land jedoch kein neues Phänomen darstellt.

Milei hatte zuvor erklärt, dass Argentinien die Verteidigungsausgaben erhöhen sollte. Dies ist Teil einer breiteren Bemühung, die Souveränitätsansprüche über die Falklandinseln, in Argentinien als Malvinas bekannt, zu stärken. Milei hat seine Position in dieser Frage verschärft, nachdem Signale von US-Präsident Donald Trump darauf hindeuteten, dass die langjährige Neutralität Washingtons in dieser Streitigkeit möglicherweise nachlassen könnte.

Wirtschaftspolitik unter Milei

Seit seinem Amtsantritt Ende 2023 hat Milei sein Wirtschaftsprogramm auf Ausgabenkürzungen und die Beseitigung des Haushaltsdefizits durch Austeritätsmaßnahmen konzentriert. Diese Politik hat die öffentlichen Ausgaben deutlich reduziert. Analysten betonen, dass daher jeder vorgeschlagene Anstieg in Bereichen wie der Verteidigung besonders bemerkenswert ist.

Für deutsche Anleger ist Argentinien ein interessanter, wenn auch risikoreicher Markt. Die wirtschaftliche Stabilisierung unter Milei hat zu einer erhöhten Aufmerksamkeit internationaler Investoren geführt. Die prognostizierte Inflationsrate von 18 Prozent für 2027 wäre ein deutlicher Rückgang gegenüber den extrem hohen Raten der Vorjahre, bleibt aber im internationalen Vergleich weiterhin hoch.

Der Haushaltsentwurf zeigt, dass die argentinische Regierung auf wirtschaftliche Erholung setzt, während sie gleichzeitig ihre außenpolitischen Ambitionen verfolgt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Kongress den Plan verabschiedet oder ob Argentinien erneut ohne genehmigten Haushalt operieren muss.

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