Ares Management: Rekord-Fundraising von 30 Milliarden Dollar stärkt Private Credit
Der alternative Asset Manager meldet im ersten Quartal ein Rekord-Fundraising und trotzt damit der negativen Stimmung im Private-Credit-Sektor.

Ares Management, einer der größten Namen im Bereich Private Credit, hat im ersten Quartal ein Rekord-Fundraising von rund 30 Milliarden US-Dollar erzielt. Das meldete das Unternehmen am Freitag und sendete damit ein starkes Signal an den Markt: Der Appetit institutioneller Anleger auf diese Anlageklasse bleibt ungebrochen – trotz anhaltend negativer Schlagzeilen rund um den billionenschweren Private-Credit-Sektor.
CEO Michael Arougheti erklärte gegenüber Analysten, dass Ares auf dem besten Weg zu einem weiteren Rekordjahr beim Fundraising sei. „Institutionelle Anleger sind nicht besorgt. Sie ziehen sich nicht aus Private Credit zurück. Sie betrachten dies als eine enorme Chance, von einer ungewöhnlichen Marktverwerfung zu profitieren", sagte Arougheti. Damit spielte er gezielt auf die sogenannten „Weltuntergangsängste" an, die in den vergangenen Monaten die Branche begleitet hatten.
Besonders das Kreditsegment erwies sich als Wachstumsmotor: Es zog im Quartal allein 20,4 Milliarden Dollar an Kapital an. Die Sparte für Real Assets sammelte weitere 6,2 Milliarden Dollar ein. Arougheti betonte, dass die Pipeline für neue institutionelle Fonds robust bleibe – drei der größten institutionellen Private-Credit-Fonds von Ares sollen in den nächsten zwölf Monaten Kapital am Markt aufnehmen.
Starkes Wachstum beim verwalteten Vermögen
Das verwaltete Vermögen von Ares sprang im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 644,3 Milliarden Dollar. Das Unternehmen hatte sich zum Ziel gesetzt, bis 2028 die Marke von 750 Milliarden Dollar zu überschreiten. Im Februar hatte Ares zudem die Übernahme des in London ansässigen systematischen Rentenmanagers BlueCove abgeschlossen, was das verwaltete Vermögen um weitere 5,5 Milliarden Dollar steigerte.
Das Unternehmen beendete das Quartal mit 158,1 Milliarden Dollar an nicht investiertem Kapital – ein Anstieg von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Quartal investierte Ares insgesamt 32,3 Milliarden Dollar, wobei der Großteil auf US-amerikanische und europäische Direktkreditvergabe, Immobilien und alternative Kreditstrategien entfiel. Finanzchef Jarrod Phillips sprach von einer Rekord-Investmentpipeline und zeigte sich zuversichtlich, die Finanzziele für 2026 zu erreichen.
Gebühreneinnahmen und Ergebnis überzeugen
Ein wesentlicher Vorteil des Geschäftsmodells von Ares liegt in der Stabilität seiner Einnahmen: Ein Großteil der Erträge stammt aus Gebühren auf das verwaltete Vermögen, was selbst in turbulenten Marktphasen für einen berechenbaren Einkommensstrom sorgt. Die gebührenbezogenen Erträge stiegen im Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent auf 464,4 Millionen Dollar.
Das realisierte Ergebnis nach Steuern belief sich in den drei Monaten bis zum 31. März auf 1,24 Dollar pro Aktie, nach 1,09 Dollar pro Aktie im Vorjahreszeitraum. „Wir sehen auch weiterhin eine starke fundamentale Performance in unseren Anlageportfolios trotz des volatilen Marktumfelds", kommentierte Arougheti die Zahlen.
Die Aktie von Ares reagierte positiv auf die Quartalszahlen und stieg zeitweise um bis zu 6,2 Prozent. Zuletzt notierte sie noch mit einem Plus von 2,3 Prozent. Seit Jahresbeginn hatte das Papier bis zum letzten Börsenschluss allerdings rund 27,4 Prozent an Wert verloren. RBC-Analyst Bart Dziarski kommentierte: „Die Ergebnisse von Ares unterstreichen die Stärke des Unternehmens, was angesichts der belastbaren Zahlen trotz der anhaltend negativen Stimmung im Bereich Private Credit eine positive Reaktion der Aktie auslösen sollte."
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Zur AktienanalyseKreditausfälle kein unmittelbares Risiko
Arougheti spielte auch Bedenken hinsichtlich der Kreditvergabestandards in der Branche herunter. „Der breitere Markt wird Zahlungsausfälle erleben, was zwangsläufig Aufmerksamkeit erregen wird, aber wir sehen keine Anzeichen für einen bevorstehenden Ausfallzyklus. Wir glauben, dass Private-Credit-Akteure durch verbesserte Konditionen gut für die Risiken entschädigt werden", so der CEO.
Für institutionelle Anleger wie Pensionsfonds, die ihr Kapital typischerweise über längere Zeiträume binden, ist die Anlageklasse besonders attraktiv: Sie neigen in Phasen der Volatilität zu mehr Geduld und Berechenbarkeit als Privatanleger. Ares hat seine institutionelle Investorenbasis in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut – die Zahl der direkten institutionellen Kunden stieg von 2022 bis 2025 um rund 50 Prozent. Das aktuelle Marktumfeld mit breiteren Spreads, höheren Gebühren und besseren Konditionen dürfte diesen Trend weiter begünstigen.


