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Ares Management prüft Milliarden-Übernahme von Leonard Green Partners

Der Private-Credit-Riese Ares Management mit 600 Milliarden Dollar AuM diskutiert eine Fusion mit der Buyout-Firma Leonard Green Partners.

Ares Management prüft Milliarden-Übernahme von Leonard Green Partners

Zwei der größten Namen im amerikanischen Private-Capital-Markt könnten bald unter einem Dach vereint werden. Wie die Financial Times berichtet, führt Ares Management Gespräche über eine Übernahme von Leonard Green Partners. Ares verwaltet mehr als 600 Milliarden US-Dollar an Kundengeldern, Leonard Green kommt auf ein verwaltetes Vermögen von 85 Milliarden US-Dollar.

Beide Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Los Angeles – und liegen gerade einmal zwei Meilen voneinander entfernt. Kulturell jedoch trennen die beiden Firmen erhebliche Unterschiede: Ares ist vor allem im Bereich Private Credit aktiv, während Leonard Green Partners auf Private Equity und Unternehmensübernahmen spezialisiert ist. Trotz dieser unterschiedlichen Ausrichtungen verbindet beide Häuser eine gemeinsame Geschichte: Beide wurden von ehemaligen Mitarbeitern von Michael Milkens berühmter Junk-Bond-Schmiede Drexel Burnham Lambert gegründet.

Strategische Logik hinter dem Deal

Die Übernahme würde Ares in die Fußstapfen der großen Branchenriesen treten lassen. Als Blackstone, KKR und Apollo vor mehr als einem Jahrzehnt an die Börse gingen, reagierten institutionelle Anleger zunächst verhalten auf deren Private-Equity-lastige Geschäftsmodelle. Gewinne aus Unternehmensübernahmen galten als hoch, aber unbeständig und schwer vorhersehbar. Die Antwort dieser Konzerne war der Aufbau massiver Kredit- und Versicherungsgeschäfte, die für Investmentfonds leichter zu modellieren sind.

Ares ist zwar kleiner als diese Branchenkolosse, wird an der Börse jedoch vergleichsweise hoch bewertet. Die Aktie wird derzeit mit dem 29-fachen der sogenannten „fee-related earnings" – also der gebührenbezogenen Erträge – gehandelt. Diese starke Bewertung hat das Unternehmen in der Vergangenheit zu einem aktiven Käufer gemacht, der gezielt Nischen wie Immobilien und „Secondaries" besetzte. Secondaries bezeichnet dabei das Geschäft mit dem Kauf von Anteilen an bereits bestehenden Fonds oder den darin enthaltenen Vermögenswerten.

Leonard Green Partners machte sich einen Namen durch Beteiligungen an bekannten Unternehmen wie dem Modehändler J. Crew und der Fast-Food-Kette Shake Shack. Weniger erfolgreich war das Engagement bei der gescheiterten Krankenhauskette Prospect Medical. Daten des kalifornischen Pensionsfonds Calpers zeigen, dass jüngere Fonds von Leonard Green annualisierte Renditen zwischen 11 und 18 Prozent erzielt haben – mehr als Private Credit üblicherweise erreicht, für Private Equity jedoch kein herausragender Wert.

Kulturelle Hürden und Vergütungsfragen

Der Kauf einer vollwertigen Buyout-Firma in Milliardenhöhe ist für Ares eine deutlich größere Herausforderung als bisherige Zukäufe. Finanztransaktionen dieser Art beinhalten stets schwierige Verhandlungen über das sogenannte Humankapital. Führungskräfte bei Buyout-Firmen und opportunistischen Fonds stellen angesichts ihrer hohen Renditeziele und gelegentlichen Windfall-Gewinne hohe Erwartungen an Vergütung und Zusatzleistungen. Mitarbeiter könnten es zudem ablehnen, dass ihre Aktivitäten andere Geschäftsbereiche quersubventionieren.

Für Firmen wie Leonard Green, deren Gründer über Jahrzehnte immense Werte geschaffen haben, kann eine Übernahme dennoch attraktiv sein. M&A gilt in der Branche als eleganter Weg, um Nachfolgeprobleme oder nachlassende Renditen anzugehen. Ein Verkauf an einen diversifizierten Akteur dürfte zudem weniger belastend sein als ein Börsengang. Ob die räumliche Nähe der beiden Hauptsitze in Los Angeles jedoch auch zu einer harmonischen Vereinigung führt, bleibt offen – der Weg dorthin, so die FT, ist länger, als Google Maps vermuten lässt.

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