Ardian startet Fonds mit Fokus auf Chip-Investition
Ardian Semiconductor strebt danach, die führende Rolle im dynamischen Mikrochip-Markt zu übernehmen

In einer bemerkenswerten Bewegung auf dem europäischen Markt für Halbleiter hat der französische Finanzinvestor Ardian einen spezialisierten Private-Equity-Fonds ins Leben gerufen. Der neu geschaffene Ardian Semiconductor hat das ehrgeizige Ziel, in den kommenden fünf Jahren in 10 bis 15 Mikrochip-Unternehmen zu investieren, wobei jede dieser Firmen einen Marktwert zwischen 200 Millionen und zwei Milliarden Euro hat.
Die europäische Halbleiterlandschaft besteht aus über 1000 Unternehmen, wobei viele essenzielle Firmen, die für die Chipproduktion unerlässlich sind, ihren Sitz in Europa haben. Überraschenderweise sind viele von ihnen familiengeführt und verfügen über begrenzten Zugang zu Finanzmitteln, trotz ihrer entscheidenden Rolle in der Branche. Helmut Gassel, ehemaliger Vorstand von Infineon und einer der Mitbegründer von Silian Partners, einem Beratungsunternehmen, das Ardian unterstützt, betonte die Herausforderungen dieser Unternehmen. Viele könnten jährlich um 20 bis 30 Prozent wachsen, werden jedoch durch fehlende Kapitalressourcen eingeschränkt, insbesondere in kritischen Phasen der Skalierung.
Doch warum jetzt dieser spezielle Fokus auf Halbleiter? Die Branche steht vor einem bemerkenswerten Boom. Es wird erwartet, dass Mikrochips für die Automobil- und Industriebranchen in den nächsten fünf Jahren jährlich um über zehn Prozent wachsen werden. Dies steht im Kontrast zu der allgemeinen Prognose für die gesamte Branche, die nur um sechs Prozent wachsen wird. Insbesondere die Automobilindustrie wird als Katalysator für dieses Wachstum gesehen. Elektroautos benötigen etwa doppelt so viele Chips wie traditionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Mit dem Aufkommen autonomer Fahrzeuge wird sich dieser Bedarf voraussichtlich verdoppeln.
Ardian Semiconductor plant, eine bedeutende Rolle in diesem wachsenden Sektor zu spielen. Der Fonds beabsichtigt, Kapital im Wert von 1 bis 1,5 Milliarden Euro von Investoren zu beschaffen. Bei jedem Investment sollen zwischen 50 und 200 Millionen Euro Eigenkapital eingesetzt werden. Dabei sind sowohl Mehrheits- als auch Minderheitsbeteiligungen an den Unternehmen geplant. Einige der potenziellen Übernahmeziele sind Zulieferer großer europäischer Chipunternehmen wie ASML, NXP und Infineon.
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Zur AktienanalyseGassel und sein Team haben über 500 europäische Halbleiterfirmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 25 Millionen Euro untersucht und rund 100 Unternehmen als potenzielle Investitionsziele identifiziert. Die ersten Investments sind für 2024 geplant, wobei der vorläufige Abschluss der Kapitalbeschaffung im ersten Quartal desselben Jahres vorgesehen ist.


