ArcelorMittal verzichtet auf vorgezogene US-Stahllieferungen
Flexibilität bei Importen aus Mexiko und Brasilien soll Zölle abfedern

ArcelorMittal, der zweitgrößte Stahlproduzent der Welt, hat seine Stahllieferungen in die Vereinigten Staaten nicht vorzeitig erhöht, um möglichen Zöllen unter Präsident Donald Trump zuvorzukommen. Dies erklärte Finanzchef Genuino Christino und betonte, dass es in diesem Bereich nicht viel Flexibilität gebe, um zusätzliche Mengen zu versenden. Eine solche Maßnahme sei daher kein geeignetes Mittel, um potenzielle Auswirkungen von Handelsbeschränkungen abzufedern.
Das Unternehmen vertreibt in den USA vor allem Produkte mit sehr hoher Wertschöpfung, insbesondere aus seinen kanadischen Niederlassungen, die ein wichtiger Lieferant von Automobilstahl für US-Hersteller sind. ArcelorMittal bezieht Eisenerz aus seinen kanadischen Betrieben sowie Brammen aus Mexiko und Brasilien, um die Lieferkette in den USA zu versorgen.
Falls Zölle auf Importe aus Mexiko eingeführt werden sollten, verfügt ArcelorMittal über die Möglichkeit, die Einfuhr von Brammen aus Mexiko zu reduzieren und stattdessen die Importe aus Brasilien zu erhöhen. Laut Christino sind die Produktionsanlagen des Unternehmens in Mexiko und Brasilien in der Lage, hochwertige Brammen herzustellen, die den Anforderungen der Automobilindustrie entsprechen.
Präsident Trump hatte kürzlich seine Drohung, hohe Zölle auf Importe aus Mexiko und Kanada zu erheben, für 30 Tage ausgesetzt. Christino schätzte, dass die potenziellen Zölle das Unternehmen mit etwa 100 Millionen US-Dollar pro Quartal belasten könnten, was den Prognosen von Analysten entspricht. Bereits im Jahr 2018, als Trump umfassende Zölle auf Stahlimporte verhängte, hatte ArcelorMittal mit ähnlichen finanziellen Auswirkungen gerechnet.
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Zur AktienanalyseSeit der Veräußerung eines Großteils seiner US-Vermögenswerte im Jahr 2020 hat ArcelorMittal seine Präsenz in den Vereinigten Staaten deutlich reduziert. Dieser Schritt hat dazu beigetragen, das Risiko von Handelsbeschränkungen in den USA zu minimieren und die Abhängigkeit vom amerikanischen Markt zu verringern. Das Unternehmen setzt weiterhin auf eine flexible Anpassung seiner Lieferketten, um auf geopolitische Veränderungen reagieren zu können.


