Arbeitszeit in Deutschland leicht unter EU-Durchschnitt
Hohe Teilzeitquote sorgt für deutlich geringere Gesamtstunden im Vergleich zur EU

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland unterscheidet sich nur geringfügig vom europäischen Durchschnitt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt sie bei 40,2 Stunden und damit nur knapp unter dem EU-Schnitt von 40,3 Stunden. Dieses Ergebnis geht aus der Europäischen Arbeitskräfteerhebung hervor und relativiert die verbreitete Annahme, die Deutschen würden im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn weniger arbeiten.
Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man nicht nur Vollzeit-, sondern alle Erwerbstätigen berücksichtigt. Im Jahr 2024 betrug die durchschnittlich geleistete Wochenarbeitszeit in Deutschland 34,8 Stunden – und damit deutlich weniger als der EU-Durchschnitt von 37,1 Stunden. Der Hauptgrund für diesen Unterschied liegt laut den Statistikern in der hohen Teilzeitquote hierzulande.
Fast ein Drittel der Erwerbstätigen in Deutschland arbeitete 2024 in Teilzeit. Mit einer Quote von 29 Prozent lag Deutschland damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 18 Prozent. Nur in den Niederlanden mit 43 Prozent und in Österreich mit 31 Prozent war der Anteil an Teilzeitbeschäftigten höher. Dabei hat die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Teilzeitkräften in Deutschland zugenommen: Von 19,3 Stunden im Jahr 2014 auf 21,8 Stunden im Jahr 2024. EU-weit war ein Anstieg von 20,6 auf 22,0 Stunden zu verzeichnen.
Begleitet wird die starke Teilzeitnutzung in Deutschland von einer hohen Erwerbstätigenquote. Im Jahr 2024 waren 77 Prozent der Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren erwerbstätig – ein im EU-Vergleich herausragender Wert. Auch bei Frauen zeigt sich eine hohe Erwerbsbeteiligung: 74 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe waren 2024 berufstätig, acht Prozentpunkte mehr als im EU-Schnitt. Allerdings arbeiteten 48 Prozent der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit. Bei den Männern lag dieser Anteil bei zwölf Prozent. Im EU-Vergleich fällt der Unterschied zwischen den Geschlechtern geringer aus: Dort arbeiten 28 Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer in Teilzeit.
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Zur AktienanalyseInmitten wirtschaftlicher Herausforderungen wird in Deutschland derzeit über eine Reform der Arbeitszeitregelungen diskutiert. Die Bundesregierung plant, die tägliche Höchstarbeitszeit zugunsten einer wöchentlichen Obergrenze aufzugeben. Gewerkschaften sehen darin eine Abkehr vom Acht-Stunden-Tag und äußern Kritik. Experten warnen zudem, dass sehr lange Tagesarbeitszeiten vor allem Menschen mit familiären Verpflichtungen belasten könnten.

