Arbeitslosenzahl nähert sich der Drei-Millionen-Marke
Weniger offene Stellen, höchste Quote weiterhin in Stadtstaaten

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli weiter gestiegen und nähert sich der Marke von drei Millionen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren bis zum 14. Juli insgesamt 2,979 Millionen Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Damit ist die Zahl der Erwerbslosen im Vergleich zum Vormonat um rund 65.000 Personen angestiegen. Gegenüber dem Juli des Vorjahres bedeutet das einen Zuwachs von 171.000 Arbeitslosen. Die bundesweite Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent.
Experten hatten bereits im Juni erwartet, dass die Schwelle von drei Millionen Arbeitslosen noch im Sommer erreicht werden könnte. Diese Einschätzung scheint sich nun zu bestätigen, denn für den Monat August wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Eine der Ursachen für die steigenden Zahlen sieht die Bundesagentur in der beginnenden Sommerpause. Laut ihrer Vorstandsvorsitzenden Andrea Nahles melden Unternehmen derzeit weniger neue Stellen und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt kaum noch zu. Hoffnung setzen Arbeitsmarktbeobachter auf die sogenannte Herbstbelebung, die allerdings im Vorjahr nur schwach ausgefallen war.
Ein Blick auf die gemeldeten offenen Stellen verdeutlicht die aktuelle Zurückhaltung am Arbeitsmarkt. Derzeit sind bundesweit rund 628.000 offene Stellen ausgeschrieben, was im Jahresvergleich einem Rückgang um etwa 75.000 entspricht. Auch im Bereich der Ausbildung ist der Trend rückläufig. Im Juli erhielten knapp eine Million Menschen Arbeitslosengeld. Hinzu kamen 3,877 Millionen erwerbsfähige Bürgergeld-Bezieher. Darunter befinden sich auch Personen, die einer Beschäftigung nachgehen, deren Einkommen jedoch nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu decken.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Unterschiede zwischen den Bundesländern bleiben deutlich. Die höchsten Arbeitslosenquoten verzeichnen weiterhin die drei Stadtstaaten: Bremen liegt mit 11,8 Prozent an der Spitze, gefolgt von Berlin mit 10,3 Prozent und Hamburg mit 8,4 Prozent. Am günstigsten stellt sich die Lage in Bayern dar, wo die Quote im Juli bei 4,0 Prozent lag. Auch dort zeigen sich Unterschiede zwischen Stadt und Land. In Aschaffenburg betrug die Arbeitslosenquote 7,5 Prozent, in Nürnberg 7,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern gestiegen, am stärksten in Berlin mit einem Plus von 0,7 Prozentpunkten.

