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Aramco meldet deutlichen Gewinneinbruch im Quartal

Niedrige Ölpreise und steigende Schulden belasten Saudi-Arabiens wichtigsten Staatskonzern

Aramco meldet deutlichen Gewinneinbruch im Quartal

Saudi-Arabiens staatlicher Ölkonzern Aramco hat im zweiten Quartal dieses Jahres einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Nettogewinn sank um 22 Prozent auf 22,7 Milliarden US-Dollar – rund eine Milliarde weniger als die durchschnittliche Analystenschätzung von 23,7 Milliarden US-Dollar. Hauptursache für den Rückgang ist ein gesunkenes Umsatzniveau infolge niedrigerer Ölpreise.

Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis von Aramco lag in den Monaten April bis Juni bei 66,70 Dollar pro Barrel. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 85,70 Dollar, im ersten Quartal 2025 immerhin 76,30 Dollar. Parallel zum Gewinnrückgang stieg die Verschuldung des Konzerns deutlich an. Das gesamte Kreditvolumen belief sich zum Quartalsende auf 92,9 Milliarden US-Dollar – gegenüber 74,4 Milliarden im Vorjahr. Die sogenannte Gearing-Rate, ein Maß für die Verschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital, lag bei 6,5 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei minus 0,3 Prozent gelegen.

Unverändert hielt Aramco an seiner Dividendenausschüttung für das zweite Quartal fest. Insgesamt sollen 21,3 Milliarden US-Dollar an Dividenden ausgezahlt werden, rund 200 Millionen davon sind leistungsabhängig. Dieses Element war nach den hohen Ölpreisgewinnen infolge des Ukraine-Krieges 2022 eingeführt worden. Im März hatte der Konzern für das Gesamtjahr 2025 Dividenden in Höhe von 85,4 Milliarden Dollar angekündigt – ein Rückgang um 37 Prozent gegenüber den über 124 Milliarden des Vorjahres. Der performanceabhängige Anteil dieser Ausschüttung soll auf 900 Millionen Dollar sinken, was einem Rückgang von 98 Prozent entspricht.

Der freie Cashflow – ein zentraler Indikator für die finanzielle Gesundheit – sank im Jahresvergleich um knapp 20 Prozent auf 15,2 Milliarden Dollar. Um zusätzliche Einnahmen zu generieren, arbeitet Aramco einem Reuters-Bericht zufolge an einem Investitionsdeal mit einer Investorengruppe unter Führung von BlackRock im Volumen von rund zehn Milliarden Dollar. Zudem prüft das Unternehmen den Verkauf von bis zu fünf gasbetriebenen Kraftwerken, was bis zu vier Milliarden Dollar einbringen könnte.

Für den saudischen Staat bleibt Aramco eine essenzielle Einnahmequelle. Die Regierung hält direkt 81,5 Prozent der Unternehmensanteile, weitere 16 Prozent liegen beim staatlichen Vermögensfonds PIF. Im Jahr 2024 stammten 62 Prozent der staatlichen Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass Saudi-Arabien Ölpreise von über 90 Dollar pro Barrel benötigt, um den Staatshaushalt im Jahr 2025 auszugleichen. Der weltweite Referenzpreis Brent lag zuletzt bei 68,83 Dollar.

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