Apptronik sammelt 520 Millionen Dollar für humanoide Roboter Apollo ein
Das texanische Startup erreicht 5-Milliarden-Bewertung und will Tesla und chinesische Konkurrenten bei der Markteinführung überholen.

Das US-Robotik-Startup Apptronik hat in einer Finanzierungsrunde 520 Millionen Dollar eingesammelt und erreicht damit eine Bewertung von 5 Milliarden Dollar. Mit dem frischen Kapital will das in Austin ansässige Unternehmen seine humanoiden Apollo-Roboter zur Marktreife bringen und könnte damit sowohl chinesische Wettbewerber als auch Teslas Optimus überholen. Die am Mittwoch bekannt gegebene Finanzierung erhöht die Serie-A-Runde auf insgesamt 935 Millionen Dollar.
B Capital unter Vorsitz von Howard Morgan leitete die Transaktion gemeinsam mit Google. Morgan zeigte sich optimistisch und erwartet ab 2027 Bestellungen im Wert von 1 Milliarde Dollar. Zu diesem Zeitpunkt soll Apollo in hohen Stückzahlen für etwa 80.000 Dollar pro Jahr ausgeliefert werden – vergleichbar mit dem Preis eines Luxusautos. Das Unternehmen plant, im nächsten Jahr mindestens 200 weitere Mitarbeiter einzustellen und seine derzeit 300-köpfige Belegschaft deutlich zu erweitern.
Frühe Versionen der Apollo-Roboter sind bereits in abgegrenzten Bereichen bei strategischen Partnern wie Mercedes-Benz, GXO Logistics und Jabil im Einsatz. Diese Bereiche werden durch externe Sensoren und Lichtgitter definiert, sodass die Roboter pausieren, sobald ein Mensch eine Grenze überschreitet. CEO Jeff Cardenas erklärte gegenüber CNBC, dass Apollo künftig auf "kollaborative Sicherheit" ausgelegt sein wird, um neben Menschen arbeiten zu können.
Vielseitigkeit als Wettbewerbsvorteil
Cardenas betonte den entscheidenden Vorteil humanoider Roboter: "Ein Roboter kann Tausende von Aufgaben erledigen, statt dass tausend Roboter jeweils eine einzige Aufgabe übernehmen." Durch die laufenden Pilotprojekte sammelt Apptronik wertvolle Flottendaten, um die Systeme kontinuierlich zu verbessern. Die Roboter sollen bei Aufgaben wie dem Transport von Bauteilen, Sortieren oder Heben flexibel einsetzbar sein.
Die neue Finanzierung folgt auf eine Partnerschaft mit Google DeepMind. Apptronik arbeitet mit den Gemini Robotics KI-Modellen, die die Grundlage für Apollos Fähigkeiten bilden. Das Unternehmen entstand 2016 im Human Centered Robotics Lab der University of Texas – lange bevor Tesla das Thema humanoide Robotik offensiv bewarb. Apptronik belegte Platz 33 auf der CNBC Disruptor 50-Liste 2025.
Rennen gegen Tesla und chinesische Konkurrenz
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Zur AktienanalyseZu den Wettbewerbern zählen das chinesische Unternehmen Unitree sowie Figure, Agility Robotics und 1X. Tesla verfolgt mit Optimus ehrgeizige Ziele und plant 2026 Investitionsausgaben von 20 Milliarden Dollar. CEO Elon Musk räumte jedoch in einer Telefonkonferenz ein, dass sich die Optimus-Humanoiden noch in einem frühen Forschungs- und Entwicklungsstadium befinden.
Im Gegensatz zu Musks hochtrabenden Versprechen gibt Cardenas keine öffentlichen Prognosen ab. Er lehnte es ab, zu präzisieren, wann die Roboter in Serie produziert werden und über welche Fähigkeiten sie bei der Erstauslieferung verfügen. Apptronik werde im Jahresverlauf mehr Details bekannt geben. Einen Teil des frischen Kapitals will das Unternehmen nutzen, um seine Präsenz in Austin auszubauen und im Laufe des Jahres ein neues Büro in Kalifornien zu eröffnen.


