Apple warnt vor Lieferengpässen bei iPhone, Mac und iPad
Trotz starker Quartalszahlen schockt Apple die Wall Street mit Warnungen vor erheblichen Lieferproblemen bei seinen Kernprodukten.

Apple hat die Wall Street mit einer ernsten Warnung aufgeschreckt: Das Unternehmen rechnet mit „erheblichen" Beeinträchtigungen durch zunehmende Lieferengpässe bei seinen beliebtesten Produkten. Die Aktie des iPhone-Herstellers reagierte prompt und fiel im nachbörslichen Handel um mehr als 7 Prozent – trotz eigentlich starker Quartalszahlen.
Dabei konnte Apple für das abgelaufene Quartal durchaus beeindruckende Ergebnisse vorweisen: Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 109 Milliarden US-Dollar, der Gewinn legte sogar um 26 Prozent auf 29 Milliarden US-Dollar zu. Besonders die iPhone-Verkäufe übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich.
Lieferkette unter Druck
Der scheidende Apple-Chef Tim Cook machte die Schwere der Lage deutlich. „Wir sehen derzeit einige sehr erhebliche Einschränkungen bei begrenzter Flexibilität in der Lieferkette, um Abhilfe zu schaffen", sagte Cook. Die Auswirkungen seien bereits bei der Verfügbarkeit von Mac-Computern spürbar – und die Situation dürfte sich verschlechtern und künftig auch iPhone- und iPad-Produkte betreffen.
Als einen zentralen Engpass nannte Apple den Mangel an wichtigen Chip-Komponenten. Geräte wie Macs und iPhones benötigen Mikroprozessoren mit sogenannten „fortschrittlichen Nodes" – also modernste Computerchip-Technologie, die einen schnelleren Betrieb der Geräte ermöglicht. Den Großteil dieser Chips lässt Apple beim taiwanischen Halbleiterhersteller TSMC fertigen, einem der weltweit führenden Chip-Produzenten.
Starke Nachfrage als Kernproblem
Cook betonte jedoch, dass das eigentliche Kernproblem nicht allein die Angebotsseite sei. Vielmehr sei es die unerwartet hohe Nachfrage – insbesondere nach iPhone- und Mac-Produkten –, die die Lieferkette an ihre Grenzen bringe. Die Verkäufe von iPhones stiegen im Juniquartal um 22 Prozent, die Mac-Verkäufe sogar um 25 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, wie stark der Appetit der Verbraucher auf Apple-Produkte zuletzt zugenommen hat.
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Zur AktienanalyseFür Anleger ist die Situation zweischneidig: Einerseits belegen die Quartalszahlen die ungebrochene Stärke der Marke Apple und die hohe Konsumnachfrage. Andererseits zeigt die Warnung vor Lieferengpässen, dass das Unternehmen kurzfristig möglicherweise nicht in der Lage sein wird, diese Nachfrage vollständig zu bedienen. Das könnte in den kommenden Quartalen auf den Umsatz drücken – und erklärt die nervöse Reaktion der Märkte.
Die Abhängigkeit von TSMC und der globale Chipmangel sind dabei keine neuen Themen. Seit Jahren kämpft die gesamte Technologiebranche mit Engpässen in der Halbleiterversorgung. Für Apple, dessen Produkte auf hochmoderne Chips angewiesen sind, ist die Situation jedoch besonders heikel – zumal das Unternehmen kaum kurzfristige Ausweichmöglichkeiten hat.


