Apple und Google lenken bei App-Store-Regeln in Großbritannien ein
Britische Wettbewerbsbehörde erzwingt fairere Bedingungen für Entwickler – Provisionen bleiben umstritten

Apple und Google haben sich gegenüber der britischen Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) zu umfassenden Änderungen ihrer App-Store-Praktiken verpflichtet. Die beiden Tech-Giganten sollen künftig transparentere und fairere Bedingungen für App-Entwickler schaffen. Die CMA hatte Apple und Google im Oktober 2025 einen "strategischen Marktstatus" im Smartphone-Bereich zugewiesen, was der Behörde weitreichende Befugnisse zur Durchsetzung von Wettbewerbsregeln verleiht.
Tausende Unternehmen sind auf den App Store von Apple und den Play Store von Google angewiesen, um ihre Anwendungen zu vertreiben. Viele Entwickler hatten in der Vergangenheit Beschwerden über unklare und inkonsistente Prüfprozesse eingereicht. Die beiden Unternehmen, deren Betriebssysteme iOS und Android nahezu alle Smartphones in Großbritannien antreiben, haben sich nun zu konkreten Verbesserungen verpflichtet.
Mehr Transparenz und Datenschutz
Die vereinbarten Änderungen sehen vor, dass Store-Rankings und Bewertungen künftig nach fairen Kriterien ablaufen müssen. Zudem sollen die von Entwicklern gesammelten Daten besser geschützt werden. Apple will Entwicklern außerdem Zugang zu zusätzlichen iOS-Funktionen gewähren, damit diese Konkurrenzprodukte etwa im Bereich digitaler Geldbörsen oder Live-Übersetzungen entwickeln können.
Allerdings bleiben die umstrittenen Provisionen, die Apple und Google für Käufe, Abonnements und In-App-Käufe erheben, von den aktuellen Verpflichtungen unberührt. Diese können bis zu 30 Prozent betragen und wurden von der CMA im Juli 2025 als "zentrales Anliegen" bezeichnet. Die Behörde erklärte, dass die Möglichkeit für Entwickler, Nutzer auf alternative Zahlungsmethoden hinzuweisen, weiterhin Priorität habe. Etwaige Änderungen müssten jedoch die Schritte anderer Rechtsordnungen widerspiegeln.
Flexibler Ansatz statt harter Vorgaben
CMA-Chefin Sarah Cardell betonte, dass der gewählte Ansatz die "einzigartige Flexibilität des britischen Wettbewerbsregimes für digitale Märkte" widerspiegele. Durch die Zusammenarbeit mit den Unternehmen statt formaler Anforderungen könnten schnellere Ergebnisse für Verbraucher und Unternehmen erzielt werden. "Dies sind wichtige erste Schritte, während wir weiter an einer breiten Palette zusätzlicher Maßnahmen arbeiten", sagte Cardell.
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Zur AktienanalyseDie Europäische Union hatte bereits im April 2024 einen härteren Kurs eingeschlagen und Apple wegen technischer und kommerzieller Beschränkungen mit einer Geldstrafe von 500 Millionen Euro belegt. Apple reagierte damals mit Änderungsvorschlägen für seine App-Store-Regeln und -Gebühren.
Apple erklärte, man schätze den "positiven und fortlaufenden Dialog" mit der britischen Regulierungsbehörde. Die angekündigten Verpflichtungen ermöglichten es dem Konzern, weiterhin Innovationen im Bereich Datenschutz und Sicherheit voranzutreiben. Google betonte, man sei zwar der Ansicht, dass die bestehenden Praktiken bereits fair und transparent seien, begrüße jedoch die Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit der CMA.


