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Apple schließt ersten gewerkschaftlich organisierten Store in den USA

Der iPhone-Konzern begründet die Schließung des Stores in Towson, Maryland, mit verschlechterten Bedingungen im Einkaufszentrum.

Apple schließt ersten gewerkschaftlich organisierten Store in den USA

Apple schließt seinen Store im Towson Town Center in Maryland – und das ist kein gewöhnlicher Filialabbau. Es handelt sich um den ersten US-Standort, an dem sich Apple-Mitarbeiter im Jahr 2022 erfolgreich gewerkschaftlich organisiert hatten. Der Konzern bezeichnete die Entscheidung als „schwierig".

Als Hauptgründe für die Schließung nannte Apple den Abzug mehrerer Einzelhändler aus dem Einkaufszentrum sowie die sich allgemein verschlechternden Bedingungen im Towson Town Center. Mitarbeiter des betroffenen Stores sollen berechtigt sein, sich auf offene Stellen innerhalb des Unternehmens zu bewerben.

Ein Meilenstein der US-Gewerkschaftsbewegung

Der Towson-Store hatte 2022 Geschichte geschrieben: Mehr als 100 Apple-Mitarbeiter stimmten damals für den Beitritt zur International Association of Machinists & Aerospace Workers (IAM). Dieser Schritt galt als Meilenstein für die gewerkschaftliche Organisierung bei großen US-Konzernen – zu einer Zeit, als auch bei Amazon und Starbucks ähnliche Bewegungen Fahrt aufnahmen.

Etwa zur gleichen Zeit wurde ein vergleichbarer gewerkschaftlicher Vorstoß in einem Apple-Store in Atlanta zurückgezogen. Mitarbeiter dort machten Einschüchterungsversuche seitens des Unternehmens geltend – ein Vorwurf, der damals für erhebliche Aufmerksamkeit sorgte.

Gewerkschaft spricht von „zynischem Versuch"

Die IAM reagierte auf die Schließungsankündigung mit scharfer Kritik. Die Gewerkschaft erklärte, sie sei über Apples Entscheidung „empört" und prüfe alle rechtlichen Möglichkeiten. Besonders brisant ist der Vorwurf, den die IAM direkt formulierte: „Apples Behauptung, der Tarifvertrag verhindere eine Verlegung des Standorts, ist schlichtweg falsch und weckt ernsthafte Bedenken, dass diese Schließung ein zynischer Versuch ist, die Gewerkschaft zu zerschlagen."

Apple plant darüber hinaus die Schließung weiterer Filialen: Betroffen sind ein Store in der Trumbull Mall im US-Bundesstaat Connecticut sowie ein weiterer in der North County Mall in Kalifornien. In beiden Fällen sollen die Mitarbeiter ihre Funktionen in nahegelegenen Apple-Retail-Stores weiterführen können.

Die Schließung des Towson-Stores wirft grundsätzliche Fragen über den Umgang großer US-Konzerne mit gewerkschaftlich organisierten Belegschaften auf. Für deutsche Anleger und Beobachter ist der Fall besonders interessant, da er zeigt, wie das Thema Arbeitnehmerrechte zunehmend auch bei US-Technologieriesen an Bedeutung gewinnt – und welche rechtlichen sowie reputationsbezogenen Risiken damit verbunden sein können. Die IAM hat angekündigt, alle rechtlichen Schritte zu prüfen, was Apple in den kommenden Wochen weiter unter Druck setzen dürfte.

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