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Apple erhöht Preise für Hardware – kommt das iPhone als Nächstes?

Apple verteuerte Macs, iPads und mehr um bis zu 300 Dollar. Nur das iPhone blieb verschont – noch.

Apple erhöht Preise für Hardware – kommt das iPhone als Nächstes?

Apple hat die Wall Street mit einer breiten Preiserhöhungswelle überrascht. Macs, iPads, Apple TV, der HomePod und das Vision-Pro-Headset wurden allesamt teurer – die Aufschläge liegen zwischen 100 und 300 US-Dollar, bei einigen High-End-Macs sogar noch höher. Als Begründung nannte Apple einen Mangel an Speicherchips, der durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren verursacht wurde. „Die rasante Expansion von KI-Rechenzentren hat zu einem außergewöhnlichen Nachfrageschub bei Speicherlösungen geführt", erklärte das Unternehmen.

Die Anleger reagierten verschnupft: Die Apple-Aktie (AAPL) verzeichnete ihren schlechtesten Handelstag seit mehr als einem Jahr. Auffällig war jedoch, was auf der Liste der Preiserhöhungen fehlte – das iPhone. Auch Apple Watch und AirPods blieben verschont. Das Ausbleiben einer iPhone-Preiserhöhung ist besonders bemerkenswert, da das Gerät nach wie vor rund die Hälfte des gesamten Apple-Umsatzes beisteuert.

Warum das iPhone vorerst verschont blieb

Die Erklärung für das Ausbleiben einer iPhone-Preiserhöhung liegt vor allem im Timing. Apple wird voraussichtlich im September neue iPhone-Modelle vorstellen – ein weit natürlicherer Zeitpunkt für eine Preisanpassung. Bestehende Modelle mitten im Produktzyklus zu verteuern, wäre weitaus auffälliger als einen höheren Preis in eine neue Produktlinie zu integrieren, bei der Käufer ohnehin Funktionen und Preise abwägen.

Hinzu kommt die strategische Bedeutung des iPhones: Es ist das Einstiegstor für nahezu alles andere, was Apple verkauft – Dienstleistungen, Zubehör und Folgeprodukte. Das Unternehmen hat daher wenig Interesse daran, ausgerechnet hier Unruhe zu stiften.

Apple kann es sich zudem leisten, abzuwarten. Im zweiten Geschäftsquartal (abgeschlossen am 28. März 2026) stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 111,2 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie kletterte um 22 Prozent auf 2,01 US-Dollar. Der iPhone-Umsatz legte um rund 22 Prozent zu und markierte damit einen Rekord für ein März-Quartal. Die Bruttomarge erreichte mit 49,3 Prozent ebenfalls einen Rekordwert. Ein Unternehmen mit solchen Margen hat Spielraum, höhere Komponentenkosten vorübergehend selbst zu tragen.

Speicherknappheit als wachsender Kostentreiber

Doch die Lage am Speichermarkt verschärft sich. Die Vertragspreise für konventionelle Speicherchips sind in diesem Jahr stark gestiegen – im ersten Quartal legten sie im Vergleich zum Vorquartal um rund 90 bis 95 Prozent zu. Hintergrund ist eine Verschiebung des Angebots hin zu sogenanntem High-Bandwidth-Memory, der in KI-Servern benötigt wird. Auch für das zweite Quartal wird ein kräftiger weiterer Anstieg der Vertragspreise erwartet. Diese Entwicklung dürfte Apple auf Dauer kaum ignorieren können.

Wie eine iPhone-Preiserhöhung aussehen könnte

Eine Preiserhöhung beim iPhone im Herbst gilt als wahrscheinlich. Die entscheidenden Fragen sind: Wie hoch fällt der Aufschlag aus, und wie reagiert die Nachfrage? Angesichts der bisherigen Preiserhöhungen im Bereich von 100 bis 300 US-Dollar erscheint ein Aufschlag von rund 100 US-Dollar oder mehr auch beim iPhone realistisch.

Apple verfügt dabei über mehrere Stellschrauben. Das Unternehmen könnte beispielsweise die Einstiegsspeicherkapazität anheben, die Preise der Pro-Modelle erhöhen und das Basismodell stabil halten oder Preisanpassungen in höheren Speicherkonfigurationen verstecken, anstatt alle Modelle pauschal zu verteuern. Eine gezielte Erhöhung bei den Pro-Modellen oder bei Versionen mit mehr Speicher gilt als wahrscheinlichstes Szenario.

Die Auswirkungen auf die Nachfrage sind schwer abzuschätzen. Apple ist bekannt für eine außergewöhnlich hohe Kundentreue. Dennoch könnten höhere Preise dazu führen, dass Nutzer iPhone-Upgrades länger hinauszögern als üblich. Das Risiko: Wenn eine Preiserhöhung die Upgrade-Bereitschaft zu stark dämpft, können die erzielten Mehreinnahmen durch sinkende Absatzzahlen wieder zunichtegemacht werden.

Die Apple-Aktie wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 34 gehandelt. Diese Bewertung setzt fortgesetztes Wachstum voraus und gibt dem Unternehmen allen Grund, seine Rekordmargen zu verteidigen – aber ebenso viel Grund, den Upgrade-Zyklus zu schützen, der das iPhone zum wertvollsten Produkt im Portfolio macht. Bis zur neuen Modellreihe im Herbst bleibt Apple noch einige Monate Zeit, um zu entscheiden, wie viel der Speicherknappheit letztlich die Kunden tragen müssen.

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