Apple-Aktie auf Rekordhoch: So handeln Profis jetzt mit Optionen
Apple erreicht neue Allzeithochs vor dem Quartalsbericht – Trader Mike Khouw zeigt zwei konkrete Optionsstrategien für Anleger.

Apple beweist einmal mehr seine Sonderstellung am Markt. Während breitere Tech-Werte und Momentum-Titel zuletzt schwächelten, erklomm die Apple-Aktie neue Allzeithochs. Investoren betrachten den Giganten aus Cupertino als einzigartig positioniert – weitgehend „über den Dingen stehend", wie Marktbeobachter formulieren.
Der Konzern profitiert dabei von einer besonderen Ausgangslage: Apple bleibt größtenteils isoliert von den enormen KI-Investitionszyklen der Mega-Cap-Hyperscaler wie Microsoft, Alphabet oder Amazon. Gleichzeitig vermeidet das Unternehmen die Lieferkettenrisiken reiner Chiphersteller. Bisher blieb Apple zudem von den Turbulenzen verschont, die einige Akteure im KI-Wettlauf zuletzt verkraften mussten.
Optionsmarkt signalisiert moderate Bewegungserwartung
Im Vorfeld des Quartalsberichts, der am Donnerstag nach Börsenschluss veröffentlicht wird, zeigt sich der Optionsmarkt auffällig ruhig. Die implizierte Kursbewegung nach den Zahlen beträgt lediglich 3,8 Prozent – ein vergleichsweise niedriger Wert, der die Volatilitätsprämien auf breiter Front überraschend günstig macht. Für Anleger eröffnet das konkrete Handelsmöglichkeiten auf beiden Seiten.
Trader Mike Khouw präsentiert zwei Strategien: eine zur Absicherung bestehender Positionen und eine, um auf eine weitere Aufwärtsbewegung zu setzen. Die günstige Optionspreisgestaltung vor dem Quartalsbericht macht beide Ansätze derzeit besonders attraktiv.
Strategie 1: Absicherung mit Put-Optionen
Für Anleger, die bereits auf erheblichen Gewinnen sitzen, war der Schutz dieser Profite selten so kostengünstig. Institutionelle Kapitalflüsse signalisieren bereits eine defensive Ausrichtung: Einer der bemerkenswertesten institutionellen Blöcke, die zuletzt gehandelt wurden, war der Kauf von 3.500 August-Put-Optionen mit einem Basispreis von 310 US-Dollar. Der Händler zahlte dafür 2,22 US-Dollar pro Kontrakt.
Die Kosten für diese Absicherung betragen lediglich rund 65 Basispunkte – also 0,65 Prozent des aktuellen Aktienkurses. In diesem Szenario wären Long-Positionen unterhalb von 307,78 US-Dollar geschützt. Bemerkenswert: Der Basispreis von 310 US-Dollar liegt höher als der Kurs, zu dem die Aktie während ihres letzten Quartalsberichts gehandelt wurde. Anleger sichern damit einen wesentlichen Teil der jüngsten Kursrallye ab, während sie weniger als 1 Prozent des gesamten Positionswerts riskieren.
Strategie 2: Aufwärtspotenzial mit Call-Optionen nutzen
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Zur AktienanalyseWer noch nicht investiert ist, aber an einer weiteren Aufwärtsbewegung partizipieren möchte, steht vor einem Dilemma. Apple wird derzeit mit dem mehr als 35-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt – das höchste Bewertungsmultipel seit dem Jahr 2007. Vollständigen Aktienpositionen bei Rekordbewertungen hinterherzulaufen, während das allgemeine Börsenumfeld schwächelt, schafft ein unangenehmes Risiko-Rendite-Verhältnis.
Als Alternative empfiehlt Khouw den Kauf von Long-Calls oder Bull-Call-Spreads. Der entscheidende Vorteil: Call-Optionen hebeln das Aufwärtspotenzial, falls Apple die Erwartungen übertrifft, während das maximale Risiko strikt auf den eingesetzten Kapitalbetrag begrenzt bleibt. Gleichzeitig vermeiden Anleger das volle Aktienrisiko, sollte das hohe 35er-Bewertungsmultipel eine plötzliche Neubewertung nach unten erfahren.
Die angemessene Optionspreisgestaltung vor diesen Zahlen bietet damit klare Chancen auf beiden Seiten des Trades. Bestehende Aktionäre können sich eine Absicherung nach unten für geringe Beträge sichern, während potenzielle Käufer das mögliche Momentum nach dem Quartalsbericht mitnehmen können – ohne das volle Bewertungsrisiko bei Rekordhochs einzugehen.


