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Apollo kauft EasyJet: Ist Jet2 das nächste Übernahmeziel?

Nach dem milliardenschweren Apollo-Deal bei EasyJet geraten weitere europäische Billigflieger ins Visier von Private-Equity-Investoren.

Apollo kauft EasyJet: Ist Jet2 das nächste Übernahmeziel?

Der Private-Equity-Riese Apollo Global Management hat diese Woche angekündigt, den britischen Billigflieger EasyJet zu übernehmen. Der Deal bewertet EasyJet mit rund 7,7 Milliarden US-Dollar und soll das Unternehmen von der Börse nehmen. Damit rückt die gesamte europäische Billigflugbranche in den Fokus von Finanzinvestoren.

Besonders der britische Konkurrent Jet2 gilt nun als potenzielles nächstes Übernahmeziel. Anna Macdonald, Director Investment Strategy bei Hargreaves Lansdown, verwies gegenüber CNBC auf die „ähnliche Dynamik" beider Unternehmen als Low-Cost-Carrier. Jet2 operiert wie EasyJet im hart umkämpften Segment der Billigflieger – mit entsprechend niedrigen Bewertungen an der Börse.

Niedrige Bewertungen machen britische Aktien attraktiv

Macdonald betonte, dass britische Aktien insgesamt nicht mit der Bewertung globaler Konkurrenten mitgehalten haben. Dies mache den Londoner Markt zu einem „fruchtbaren Jagdrevier" für Investoren, einschließlich Private-Equity-Käufer. Gerade Fluggesellschaften seien in der Anfangsphase des Iran-Krieges stark unter Druck geraten – was die Bewertungen weiter gedrückt habe.

Jet2 wurde zeitweise mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis vom lediglich 6- bis 7-Fachen gehandelt. „Seit diesem Tiefpunkt ist der Kurs um etwa 60% gestiegen", sagte Macdonald am Freitag in der Sendung „Squawk Box Europe" von CNBC. „Wir könnten erleben, dass Private-Equity-Firmen beginnen, sich das anzusehen." Die Jet2-Aktie legte am Freitagnachmittag im Handel um 0,5% zu – ein Zeichen dafür, dass Anleger die Übernahmespekulation ernst nehmen.

Ein Sprecher von Jet2 wollte die Gerüchte nicht kommentieren: „Wir kommentieren keine Marktgerüchte oder Spekulationen", teilte das Unternehmen gegenüber CNBC mit.

Konkurrent Castlelake zieht Angebot zurück

Der Weg für Apollo bei EasyJet wurde zuletzt frei, nachdem der Private-Equity-Konkurrent Castlelake am Donnerstag sein eigenes Angebot in Höhe von 7,3 Milliarden US-Dollar für die in London börsennotierte Fluggesellschaft zurückgezogen hatte. Die EasyJet-Aktie fiel am Freitagnachmittag um 0,48%, nachdem sie die vorangegangene Sitzung noch 2,8% höher beendet hatte.

Macdonald ordnete den Deal in den breiteren Kontext der Luftfahrtbranche ein, die mit zahlreichen strukturellen Herausforderungen kämpft. „Es ist eine harte Branche, sie ist ziemlich margenschwach, sehr zyklisch – und zudem stark reguliert", stellte sie fest. „Die Kosten können stark schwanken, ebenso wie die Nachfrage."

Private-Equity-Logik: Weniger Kapitalintensität, bessere Preise?

Macdonald sieht jedoch auch Potenzial darin, Fluggesellschaften aus dem Börsenrampenlicht zu nehmen. „In einem privaten Umfeld könnten sie anfangen, anders über die Finanzierung nachzudenken, um sie weniger kapitalintensiv zu gestalten, was sich dann vielleicht in besseren Preisen für die Verbraucher niederschlagen könnte", erklärte sie.

Gleichzeitig warnte sie, dass private Übernahmen von internationalen Flag-Carriern – also nationalen Fluggesellschaften wie Lufthansa oder British Airways – schwieriger zu bewerten seien als im Bereich der Billigflieger. Das Aufwärtspotenzial sei dort weniger offensichtlich, weshalb das Interesse von Private-Equity-Investoren vor allem den Low-Cost-Carriern gelte.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung relevant: Sollte die Übernahmewelle im europäischen Luftfahrtsektor weiter an Fahrt gewinnen, könnten auch andere börsennotierte Billigflieger in Europa in den Fokus geraten. Die vergleichsweise niedrigen Bewertungen europäischer Aktien gegenüber US-amerikanischen Wettbewerbern bleiben dabei ein zentraler Treiber für das Interesse von Finanzinvestoren.

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