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Apollo begrenzt Rücknahmen bei 26-Milliarden-Dollar Private-Credit-Fonds

Anleger wollten 16,8% abziehen – Apollo Debt Solutions kappte Rücknahmen auf 5% und verzeichnet Nettoabflüsse von 3%.

Apollo begrenzt Rücknahmen bei 26-Milliarden-Dollar Private-Credit-Fonds

Der Private-Credit-Fonds Apollo Debt Solutions (ADS) von Apollo Global hat die Rücknahmen auf 5% seiner Anteile begrenzt. Hintergrund: Anleger hatten versucht, rund 16,8% des Gesamtkapitals aus dem 26 Milliarden Dollar schweren Fonds abzuziehen. Die Entscheidung wurde am Montag in einer Pflichtmitteilung bekannt gegeben.

Die Auszahlung der Rücknahmeanträge wird die Bruttoabflüsse auf 700 Millionen Dollar treiben und damit die Zuflüsse von 300 Millionen Dollar deutlich übersteigen. Basierend auf vorläufigen Daten belaufen sich die Nettoabflüsse in diesem Jahr damit auf etwa 3% des Fondsvolumens. Im Vorquartal hatten die Rücknahmeanträge noch bei rund 11,2% gelegen – der aktuelle Wert von 16,8% markiert damit einen deutlichen Anstieg.

ADS richtet sich hauptsächlich an wohlhabende Privatpersonen und bietet in der Regel alle drei Monate die Möglichkeit, Kapital abzuziehen. Der Fonds ist als sogenannte Business Development Company (BDC) strukturiert – ein Anlagevehikel, das Kredite direkt an Unternehmen außerhalb des traditionellen Bankensystems vergibt.

Branchenweiter Anstieg der Rücknahmeanträge

Anlagevehikel dieser Art verzeichneten im laufenden Jahr einen sprunghaften Anstieg der Rücknahmeanträge. Als Ursachen gelten wachsende Sorgen der Investoren über Transparenz, Kreditdisziplin und das Engagement im Softwaresektor. Die meisten vergleichbaren Private-Credit-Fonds entschieden sich bereits im ersten Quartal dazu, nicht mehr als die üblichen 5% an ihre Anteilseigner zurückzuzahlen – nachdem einige Fonds ihren Kunden Anfang des Jahres noch höhere Auszahlungen ermöglicht hatten.

Apollo-Präsident Jim Zelter hatte im vergangenen Monat erklärt, er erwarte weiterhin Abflüsse und die „Turbulenzen" seien noch nicht vorbei. Diese Einschätzung bestätigt sich nun mit den aktuellen Zahlen von ADS.

ADS wies in seiner Mitteilung auf eine „deutliche regionale Kluft" unter den Anlegern hin. Demnach schwächten sich die Rücknahmeanträge aus dem US-Inland im Vergleich zum Vorquartal auf etwa 4,3% ab, während die Rücknahmen von Offshore-Investoren auf 12,5% stiegen. Diese geografische Divergenz deutet darauf hin, dass internationale Anleger deutlich nervöser reagieren als ihre amerikanischen Pendants.

Institutionelle Nachfrage bleibt stark

Trotz der Rücknahmedynamik im Privatkundensegment betonte ADS, dass institutionelle Anleger weiterhin eine starke Nachfrage nach Private Credit zeigten. Der Fonds erwartet, dass „das institutionelle Fundraising für unsere Direct-Lending-Strategien in diesem Jahr das des Privatkundengeschäfts übertreffen wird".

Was die Performance betrifft, erzielte ADS in diesem Jahr bis zum 31. Mai eine Rendite von 1,5%. Zum Vergleich: Der Morningstar-LSTA-Index für börsennotierte Leveraged Loans legte im gleichen Zeitraum um 1,2% zu. Die annualisierte Rendite des Fonds seit seiner Auflegung im Januar 2022 belief sich bis Ende Mai auf 8,13% – nach zuvor gemeldeten 8,34% bis Ende Februar.

Private Credit – also die direkte Kreditvergabe an Unternehmen durch nicht-bankliche Akteure – hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der am schnellsten wachsenden Anlageklassen entwickelt. Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung bei Apollo relevant, da sie ein Schlaglicht auf die strukturellen Risiken dieser Anlageklasse wirft: eingeschränkte Liquidität, begrenzte Transparenz und die Möglichkeit von Rücknahmebeschränkungen in Stressphasen.

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