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Anzeigenblätter in der Krise: Politik gefordert

Lokaljournalistische Versorgung bedroht - Bundesregierung muss handeln, fordert Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter

Anzeigenblätter in der Krise: Politik gefordert

Anzeigenblätter, die lange Zeit eine wichtige Rolle bei der lokalen Berichterstattung spielten, sind in der Krise. Die Anzahl der Leser ist um 32 Prozent gesunken, während die Kosten für Papier, Energie und Zustellung überproportional gestiegen sind. Infolgedessen stellen viele Verlage Gratistitel ein, darunter auch die Westfälische Medien Holding, die im Münsterland und in Ostwestfalen mehrere Anzeigenblätter einstellt.

Die Einstellung der Blätter hat Auswirkungen auf die lokale Medienvielfalt, da sie vielfach relevante lokale Informationen zum Geschehen in der Stadt oder Kommune enthalten. Laut einer Umfrage des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter haben die meisten Verlage bereits Seitenumfänge reduziert, Verbreitungsgebiete verkleinert oder auch Personal abgebaut, um Kosten einzusparen.

Um die Versorgung der Bevölkerung mit lokaljournalistischen Informationen weiterhin sicherzustellen, fordert der Verband die Politik zum Handeln auf. Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag dazu verpflichtet, die flächendeckende Versorgung mit periodischen Presseerzeugnissen zu gewährleisten. Bislang ist jedoch wenig in dieser Angelegenheit unternommen worden.

Eine Ende 2021 vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie zur "Erforderlichkeit und Möglichkeit einer Bundesförderung der Pressewirtschaft" ist bislang nicht veröffentlicht worden. Innerhalb der Bundesregierung sei die Zuständigkeit nicht geklärt und im Bundeshaushalt seien bislang keine Mittel eingestellt worden. Um die Zukunft der Anzeigenblätter und deren Zustellung zu sichern, fordert der Verband die Umsetzung einer Zustellförderung durch die Bundesregierung.

MedienGeldpolitikBundeswirtschaftsministerium

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