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Anthropic weitet KI-Sicherheitsprogramm Mythos auf 150 neue Partner aus

Das KI-Startup Anthropic öffnet sein „Project Glasswing" für 150 weitere Organisationen in mehr als 15 Ländern weltweit.

Anthropic weitet KI-Sicherheitsprogramm Mythos auf 150 neue Partner aus

Anthropic hat am Dienstag eine bedeutende Erweiterung seines Sicherheitsprogramms „Project Glasswing" angekündigt. Das KI-Unternehmen öffnet das Programm für 150 zusätzliche Partnerorganisationen in mehr als 15 Ländern. Im Rahmen des Programms testen Unternehmen das KI-Modell „Mythos" gezielt auf Software-Schwachstellen.

Die Erweiterung richtet sich laut Anthropic gezielt an Branchen, die beim ursprünglichen Programmstart noch nicht stark vertreten waren. Dazu zählen die Energie- und Wasserversorgung, das Gesundheitswesen, die Kommunikation sowie die Hardware-Branche. Neue Partner müssen dabei zunächst definierte Sicherheitsanforderungen erfüllen, bevor sie Zugang zum Modell erhalten.

Rasante Expansion nach erstem Erfolg

Die Erweiterung folgt auf einen bereits erfolgreichen Start: Im April 2026 rollte Anthropic erste Tests von Mythos für 50 Partner aus. Seit diesem Start haben die Teilnehmer von Project Glasswing laut Unternehmensangaben mehr als 10.000 hohe oder kritische Sicherheitsmängel aufgedeckt. Anthropic schätzt, dass ein schwerer Cyberangriff mehr als 100 Millionen Menschen betreffen könnte – eine Zahl, die die Dringlichkeit solcher Sicherheitsinitiativen unterstreicht.

Zu den bereits bestehenden und prominenten Partnern des Programms zählen namhafte Technologiekonzerne wie Apple, Nvidia, Microsoft, CrowdStrike und Palo Alto Networks. Welche neuen Unternehmen der Koalition beitreten, ließ Anthropic offen.

Die Erweiterung des Programms erfolgt nur einen Tag, nachdem Anthropic angekündigt hatte, den Zugang zu Mythos auch in der Europäischen Union anzubieten. Damit gewinnt das Modell auch für europäische und deutsche Unternehmen zunehmend an Relevanz.

Börsengang und politische Aufmerksamkeit

Parallel zur Programmausweitung hat Anthropic am Montag vertraulich seinen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Damit kam das Unternehmen seinem Rivalen OpenAI bei diesem wichtigen Meilenstein zuvor und ebnete den Weg für einen bedeutenden Verkauf von KI-Aktien. Der Schritt signalisiert, dass Anthropic den Gang an die Börse ernsthaft vorbereitet.

Das Modell Mythos steht seit seiner Einführung im Fokus von Sicherheitsdebatten. Viele Experten warnten, dass Hacker Mythos nutzen könnten, um Software-Schwachstellen schneller aufzudecken als bisher – auch wenn solche Fähigkeiten grundsätzlich bereits vor dem Modell existierten. Angesichts dieser Bedenken hielt das Weiße Haus zahlreiche Treffen mit großen Technologiekonzernen und Finanzinstituten ab, um über einen sicheren Einsatz fortschrittlicher KI-Modelle zu beraten.

Project Glasswing steht damit exemplarisch für einen neuen Ansatz in der KI-Sicherheit: Statt Risiken zu ignorieren, werden sie durch kontrollierte, branchenübergreifende Zusammenarbeit aktiv identifiziert und adressiert. Für deutsche Unternehmen aus den nun einbezogenen Sektoren – insbesondere Energie, Gesundheit und Kommunikation – könnte eine Beteiligung an solchen Programmen künftig strategisch relevant werden.

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