Anthropic überholt OpenAI und begeistert Amazon und Alphabet
Das KI-Start-up Anthropic ist nach einer Mega-Finanzierungsrunde das wertvollste KI-Unternehmen der Welt – mit direktem Nutzen für Amazon und Alphabet.

Anthropic hat mit seiner jüngsten Finanzierungsrunde einen Meilenstein erreicht, der die KI-Branche aufhorchen lässt. Das Unternehmen hinter dem Claude-Chatbot schloss seine Serie-H-Runde ab und wird nun mit 965 Milliarden US-Dollar bewertet – und hat damit OpenAI als wertvollstes KI-Start-up der Welt überholt. Noch im Februar lag die Bewertung bei lediglich 380 Milliarden Dollar, was einer mehr als Verdopplung in wenigen Monaten entspricht.
Im Rahmen der Finanzierungsrunde sammelte Anthropic 65 Milliarden US-Dollar von namhaften Investoren ein. Zu den Geldgebern zählen die führenden Speicherchiphersteller Samsung, Micron und SK Hynix sowie Risikokapitalfirmen wie Altimeter Capital, Dragoneer und Sequoia. Die Runde unterstreicht das enorme Vertrauen der Investoren in das Wachstumspotenzial des Unternehmens.
Gleichzeitig präsentierte Anthropic sein neuestes Modell Claude Opus 4.8, das laut Unternehmensangaben alle anderen öffentlich verfügbaren KI-Plattformen in einem Benchmark-Vibecoding-Test übertrifft. Der Umsatz des Unternehmens erreichte in diesem Monat eine Run-Rate von 4,7 Milliarden US-Dollar – ein Wert, der die aktuelle Bewertung im Vergleich zu börsennotierten Softwareunternehmen als angemessen erscheinen lässt.
Die Verbindung zu Amazon und Alphabet
Die eigentlichen Gewinner dieser Nachricht sitzen in Seattle und Mountain View. Amazon hat bislang 13 Milliarden US-Dollar in Anthropic investiert und sich verpflichtet, weitere 20 Milliarden Dollar zu investieren, sofern Anthropic bestimmte kommerzielle Meilensteine erreicht. Amazons Anteil wurde vor der jüngsten Runde bereits mit rund 60 Milliarden Dollar bewertet – nach der neuen Bewertung könnte er mehr als doppelt so viel wert sein, was Amazon auf dem Papier um rund 60 Milliarden Dollar reicher macht.
Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, ist ebenfalls tief engagiert. Der Konzern erklärte im vergangenen Monat, bis zu 40 Milliarden US-Dollar in Anthropic zu investieren – zusätzlich zu den mindestens 13 Milliarden Dollar, die bereits geflossen sind. Alphabet hielt zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Anteil von 14 Prozent an Anthropic, und diese Investition könnte nun mehr als 100 Milliarden Dollar wert sein.
Beide Technologieriesen hatten frühzeitig in Anthropic investiert, um ein Gegengewicht zur engen Partnerschaft von Microsoft mit OpenAI zu schaffen. Diese strategische Weitsicht zahlt sich nun in beeindruckender Weise aus.
Wohin die 65 Milliarden Dollar fließen
Anthropic plant, die frischen Mittel einzusetzen, um seine Rechenkapazitäten zu erweitern und die wachsende Nachfrage nach Claude zu decken. Konkret bedeutet das massive Investitionen in Cloud-Infrastruktur – vor allem bei Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud. In den vergangenen Wochen unterzeichnete Anthropic eine Vereinbarung mit Amazon über fünf Gigawatt an neuer Kapazität sowie mit Google und Broadcom über fünf Gigawatt an TPU-Kapazität. AWS bleibt dabei der primäre Cloud-Anbieter und Trainingspartner.
Die langfristigen Ausgabenverpflichtungen sind beeindruckend: Anthropic hat sich verpflichtet, in den nächsten zehn Jahren 100 Milliarden Dollar für Amazon Web Services auszugeben. Gegenüber Google Cloud beläuft sich die Verpflichtung auf 200 Milliarden Dollar über fünf Jahre – inklusive des Kaufs von Chips beider Unternehmen. Das rasante Wachstum von Anthropic gilt bereits als ein Hauptgrund für die beschleunigte Wachstumsdynamik bei Google Cloud und AWS in den vergangenen Quartalen.
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Zur AktienanalyseEine Wachablösung an der KI-Spitze
OpenAI, bislang unbestrittener Marktführer unter den KI-Start-ups, wurde in seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit 852 Milliarden Dollar bewertet. Doch das Unternehmen ist hinter seinen eigenen Wachstumszielen zurückgeblieben und sieht sich weiteren Herausforderungen gegenüber, während Anthropic an ihm vorbeigezogen ist.
Für Privatanleger bleibt ein Direktinvestment in Anthropic schwierig, da das Unternehmen weiterhin in Privatbesitz ist. Der indirekte Weg über börsennotierte Aktien wie Amazon (AMZN) oder Alphabet (GOOG/GOOGL) bietet jedoch eine Möglichkeit, am Wachstum des KI-Start-ups zu partizipieren. Die jüngste Finanzierungsrunde dürfte das Wachstum beider Cloud-Konzerne weiter befeuern – und damit auch ihre Aktienkurse positiv beeinflussen.


