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Anthropic überholt OpenAI: KI-Start-up jetzt 965 Milliarden Dollar wert

Nach einer neuen Finanzierungsrunde über 65 Milliarden Dollar überflügelt Anthropic den Rivalen OpenAI in der Bewertung deutlich.

Anthropic überholt OpenAI: KI-Start-up jetzt 965 Milliarden Dollar wert

Die Zahlen sind schwindelerregend: Das KI-Unternehmen Anthropic hat in einer neuen Finanzierungsrunde 65 Milliarden Dollar von externen Investoren eingesammelt und erreicht damit eine Gesamtbewertung von 965 Milliarden Dollar. Damit zieht das Start-up am bisherigen Branchenprimus OpenAI vorbei, der zuletzt mit 852 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Besonders beeindruckend ist die Dynamik dieser Entwicklung: Noch im Februar lag die Bewertung von Anthropic bei 380 Milliarden Dollar – weniger als der Hälfte des aktuellen Wertes. Innerhalb weniger Monate hat sich das Unternehmen damit mehr als verdoppelt. Finanzvorstand Krishna Rao erklärte, die neuen Mittel ermöglichten es Anthropic, bei KI „an der Spitze der Forschung zu bleiben" und seinen Chatbot Claude „an mehr Orte zu bringen, an denen gearbeitet wird".

Starke Investorenbasis mit Amazon und Google

Zu den Geldgebern der jüngsten Runde zählen namhafte Schwergewichte. Amazon hatte bereits im April angekündigt, bis zu 25 Milliarden Dollar in Anthropic zu investieren – der Online-Riese gilt als größter strategischer Investor. Im Gegenzug hat sich Anthropic verpflichtet, in den nächsten zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für Amazons Cloud-Dienste auszugeben. Auch die Google-Mutter Alphabet ist beteiligt, ebenso wie mehrere Venture-Capital-Firmen.

Im Vergleich dazu stützt sich OpenAI vor allem auf Microsoft als Kerninvestor sowie auf die japanische Softbank. Anthropic verfolgt dabei eine klar andere Strategie als der ChatGPT-Entwickler: Während OpenAI stark auf Privatnutzer setzt, hat Anthropic von Beginn an den Fokus auf Unternehmenskunden und die Automatisierung von Software-Programmierung gelegt.

Claude als Bedrohung für klassische Softwareanbieter

Genau dieser Fokus auf Geschäftskunden macht Anthropic für traditionelle Softwareunternehmen zur ernsthaften Konkurrenz. An den Börsen wachsen die Zweifel, ob firmeneigene Programme nicht durch KI-Produkte einfacher und günstiger ersetzt werden können. Belastbare Beweise dafür fehlen zwar noch – wie die jüngsten Geschäftszahlen von Salesforce zeigten –, doch die Aktienkurse von SAP, Oracle und Co. sind bereits kräftig unter Druck geraten. Chatbot Claude ist für diese Branche längst zum Damoklesschwert geworden.

Das frische Kapital soll vor allem in den massiven Ausbau der Rechenkapazitäten fließen. KI-Anwendungen sind extrem rechenintensiv und damit auch stromhungrig. Da Anthropic in der Vergangenheit bereits mit Engpässen bei der Rechenleistung zu kämpfen hatte, schloss das Unternehmen einen Deal im Wert von fast 50 Milliarden Dollar mit SpaceX ab, um Zugang zum „Colossus"-Rechenzentrum von Elon Musk zu erhalten.

SpaceX, Nvidia und der große KI-Komplex

Passend dazu hatte Musk in der Vorwoche den Börsengang von SpaceX bekanntgegeben, bei dem eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar erwartet wird. Zunächst sollen dabei rund 75 Milliarden Dollar an der Börse eingesammelt werden. Die Verflechtungen im KI-Ökosystem werden damit immer enger.

Den Kern dieser Nahrungskette bildet weiterhin Chiphersteller Nvidia, dessen Halbleiter für die parallele Verarbeitung großer Datenmengen prädestiniert sind – genau das, was KI-Anwendungen benötigen. Mit einer Börsenbewertung von rund fünf Billionen Dollar gilt Nvidia als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt. Auch andere Chiphersteller wie Broadcom, AMD und Micron Technologies eilen derzeit von Rekord zu Rekord.

Hierzulande profitiert ebenfalls die Chipbranche: Infineon-Aktien kletterten zuletzt über die Marke von 80 Euro – ein Niveau, das es seit dem Jahr 2000 nicht mehr gegeben hatte. Auch Siemens Energy zählt zu den Profiteuren, da die Netzwerksparte des Konzerns die Stromversorgung der wachsenden Zahl an Rechenzentren in Deutschland übernimmt.

DAX hält sich knapp über 25.000 Punkten

Während der KI-Sektor boomt, bewegt sich der DAX derweil leicht oberhalb von 25.000 Punkten seitwärts. Investoren hoffen auf eine Einigung im Iran-Konflikt – Nachrichten über einen bevorstehenden „Deal" mit den USA hatten die Stimmung zuletzt immer wieder angeheizt, ohne dass es bisher zu einer konkreten Einigung gekommen wäre. Am Vortag war der Index kurz unter die 25.000-Punkte-Marke gerutscht, behauptet sich aber insgesamt auf hohem Niveau.

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