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Anthropic reicht vertraulich IPO-Unterlagen ein – vor OpenAI

Das KI-Labor Anthropic vollzieht den entscheidenden Schritt Richtung Börse und kommt damit dem Rivalen OpenAI zuvor.

Anthropic reicht vertraulich IPO-Unterlagen ein – vor OpenAI

Anthropic hat am Montag bekannt gegeben, dass das Unternehmen vertraulich die Unterlagen für einen Börsengang (IPO) bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Damit kommt das KI-Labor seinem direkten Konkurrenten OpenAI zuvor, von dem ebenfalls erwartet wird, in Kürze entsprechende Unterlagen einzureichen. Der Schritt markiert einen bedeutenden Meilenstein für eines der wertvollsten KI-Unternehmen der Welt.

In einer offiziellen Mitteilung erklärte Anthropic, die vertrauliche Einreichung „gibt uns die Option, an die Börse zu gehen, nachdem die SEC ihre Prüfung abgeschlossen hat." Das Unternehmen betonte dabei ausdrücklich, dass der genaue Zeitpunkt des Börsengangs von den Marktbedingungen und weiteren Faktoren abhängen werde. Konkrete Details zur Anzahl der Aktien oder zur Preisgestaltung wurden noch nicht festgelegt.

Was bedeutet eine vertrauliche IPO-Einreichung?

Die vertrauliche Einreichung – im Englischen als „confidential filing" bekannt – ist ein in den USA gängiges Verfahren, bei dem Unternehmen ihre Börsengangsunterlagen zunächst nicht öffentlich zugänglich machen müssen. Erst nach Abschluss der SEC-Prüfung und kurz vor dem eigentlichen Börsengang werden die Dokumente für die Öffentlichkeit freigegeben. Dieses Verfahren ermöglicht es Unternehmen, den Prozess diskret voranzutreiben und flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren.

Für Anthropic ist der Schritt ein klares Signal an den Markt: Das Unternehmen bereitet sich ernsthaft auf einen Gang an die Börse vor. Gleichzeitig bleibt die Tür offen, den Zeitpunkt je nach Marktlage anzupassen oder den Prozess gegebenenfalls auch zu verzögern.

Wettlauf der KI-Giganten um den Börsengang

Der Schritt von Anthropic fällt in eine Zeit, in der gleich mehrere hochkarätige Technologieunternehmen den Weg an die Börse suchen. Auch SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, bereitet sich auf seinen Börsengang vor. Von OpenAI, dem Betreiber von ChatGPT und direktem Konkurrenten von Anthropic, wird ebenfalls erwartet, dass es in Kürze vertraulich IPO-Unterlagen einreicht.

Anthropic wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern, darunter Dario Amodei und Daniela Amodei, gegründet. Das Unternehmen ist vor allem für seinen KI-Assistenten Claude bekannt und gilt als einer der führenden Akteure im Bereich der sogenannten „sicheren KI". Mit der vertraulichen Einreichung positioniert sich Anthropic nun strategisch vor OpenAI – ein symbolisch bedeutsamer Schachzug im hart umkämpften KI-Markt.

Für deutsche Privatanleger ist der potenzielle Börsengang von Anthropic von besonderem Interesse, da er die Möglichkeit eröffnen könnte, direkt in einen der führenden KI-Entwickler zu investieren. Bislang war eine Beteiligung an Anthropic nur über Risikokapitalfonds oder indirekt über Investoren wie Amazon oder Google möglich. Wann genau der Börsengang stattfinden wird und zu welchem Preis die Aktien ausgegeben werden, bleibt jedoch vorerst offen.

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