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Anthropic prüft möglichen Börsengang 2026

Unternehmen sondiert Kapitalmarktoptionen und verhandelt neue Milliardenfinanzierung

Anthropic prüft möglichen Börsengang 2026

Anthropic bereitet laut einem Bericht der Financial Times Schritte für einen möglichen Börsengang vor, der bereits 2026 erfolgen könnte. Das in San Francisco ansässige Unternehmen, das den KI-Chatbot Claude entwickelt, hat dafür die Kanzlei Wilson Sonsini beauftragt. Ein Sprecher von Anthropic erklärte gegenüber Reuters, dass bislang keine Entscheidung über Zeitpunkt oder Durchführung eines Börsengangs getroffen worden sei. Die Gespräche befinden sich dem Bericht zufolge in einem frühen und informellen Stadium, was auf eine große zeitliche Unsicherheit hindeutet.

Der mögliche Börsengang würde dem Unternehmen einen effizienteren Zugang zu Kapital ermöglichen, insbesondere vor dem Hintergrund eines zunehmend wettbewerbsintensiven Marktes für generative KI. Zugleich könnte ein öffentliches Listing die Grundlage für größere Übernahmen schaffen, da Aktien als Zahlungsmittel flexibler einsetzbar wären. Die steigende Investitionsbereitschaft im Technologiebereich, insbesondere durch Unternehmen und institutionelle Anleger, verstärkt das Interesse an entsprechenden Kapitalmarktoptionen.

Anthropic hat die Kanzlei Wilson Sonsini bereits in der Vergangenheit für verschiedene unternehmensbezogene Themen mandatiert. Die Anwaltskanzlei äußerte sich außerhalb der regulären Geschäftszeiten nicht zu dem Bericht. Laut Financial Times wurden zusätzlich Gespräche mit großen Investmentbanken geführt, um Möglichkeiten eines Börsengangs zu sondieren. Eine Auswahl potenzieller Konsortialbanken steht demnach noch aus.

Parallel zu diesen Überlegungen verhandelt das Unternehmen über eine neue Finanzierungsrunde, die zu einer Bewertung von mehr als 300 Milliarden Dollar führen könnte. Zudem prognostiziert Anthropic, im kommenden Jahr seinen jährlichen Umsatzlauf auf rund 26 Milliarden Dollar zu steigern, was nahezu einer Verdreifachung entspräche. Nach Unternehmensangaben nutzen mehr als 300.000 Geschäfts- und Unternehmenskunden die Angebote des KI-Anbieters.

OpenAI, ein bedeutender Wettbewerber von Anthropic und ebenfalls im Zentrum des globalen KI-Wettlaufs, arbeitet laut früheren Informationen an den Vorbereitungen für einen eigenen Börsengang, der sich ebenfalls für 2026 abzeichnen könnte. Dabei wird eine Bewertung von bis zu einer Billion Dollar in Aussicht gestellt. Gleichzeitig äußerte sich die Finanzchefin von OpenAI im November zurückhaltend zu möglichen kurzfristigen Plänen für ein Listing.

Zuletzt kündigten Microsoft und Nvidia Investitionen von bis zu 15 Milliarden Dollar in Anthropic an, während das Unternehmen selbst eine Verpflichtung in Höhe von 30 Milliarden Dollar für die Nutzung der Cloud-Dienste von Microsoft eingegangen ist. Das 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründete Unternehmen wurde kürzlich mit 183 Milliarden Dollar bewertet.

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