Anthropic dementiert Gespräche über staatliche Beteiligung der Trump-Regierung
Eine informierte Quelle widerspricht Spekulationen über mögliche US-Regierungsbeteiligung am KI-Unternehmen Anthropic.

Die Trump-Administration und der KI-Konzern Anthropic haben keine Gespräche über eine staatliche Beteiligung an dem Unternehmen geführt. Das teilte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle am Donnerstag mit. Weder das Weiße Haus noch das Handelsministerium reagierten auf Anfragen für eine Stellungnahme. Anthropic selbst lehnte einen Kommentar ab.
Die Klarstellung folgt auf einen Bericht der Financial Times vom selben Morgen. Demnach soll OpenAI über eine Beteiligung der US-Regierung in Höhe von 5 Prozent diskutiert haben. Dieser Bericht warf unmittelbar die Frage auf, ob auch andere führende KI-Unternehmen ähnliche Gespräche führen könnten.
KI-Unternehmen unter wachsender politischer Beobachtung
KI-Firmen stehen in Washington zunehmend unter Beobachtung. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei zentrale Fragen: der mögliche Missbrauch fortschrittlicher KI-Modelle sowie die Frage, ob die amerikanische Bevölkerung von den massiven Bewertungen der Branche profitieren würde. Die Branche verzeichnet seit Jahren astronomische Bewertungen, während breite Bevölkerungsschichten kaum direkt daran teilhaben.
Das Handelsministerium hob im Juni Exportbeschränkungen für zwei der fortschrittlichsten Modelle von Anthropic auf. Diese Beschränkungen waren erst wenige Wochen zuvor verhängt worden. Begründet wurden sie mit Bedenken, dass die leistungsstarken KI-Tools nicht über ausreichende Sicherheitsvorkehrungen verfügten, um Missbrauch zu verhindern.
Washington hat die Aufsicht über die Veröffentlichung neuer KI-Modelle generell verschärft. Hintergrund sind Befürchtungen, dass fortschrittliche KI-Modelle durch Militärgeheimdienste in China, Russland oder anderen als problematisch eingestuften Ländern missbraucht werden könnten. Die Einreichung neuer Modelle zur Überprüfung erfolgt jedoch weiterhin auf freiwilliger Basis.
Trump und Sanders mit unterschiedlichen Ansätzen zur KI-Beteiligung
Präsident Donald Trump erklärte im vergangenen Monat, er prüfe Optionen, um der Öffentlichkeit eine Beteiligung an führenden KI-Unternehmen zu ermöglichen. Damit reagierte er auf Sorgen, dass der einzelne Amerikaner nicht an den erwarteten Gewinnen des Sektors teilhaben werde. Konkrete Maßnahmen wurden bislang nicht angekündigt.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseUS-Senator Bernie Sanders, Unabhängiger aus Vermont und Mitglied der demokratischen Fraktion, geht in seinem Vorschlag deutlich weiter. Er schlägt vor, das Steuersystem zu nutzen, um einen Teil des durch KI generierten Wohlstands abzuschöpfen. Dabei sollen große Unternehmen der Regierung eine Beteiligung von 50 Prozent sowie eine Vertretung im Board einräumen.
Die Debatte über staatliche Beteiligungen an KI-Unternehmen spiegelt eine breitere gesellschaftliche Diskussion wider. Angesichts der enormen wirtschaftlichen Bedeutung von Künstlicher Intelligenz wächst der politische Druck, sicherzustellen, dass die Früchte dieser Technologie nicht ausschließlich privaten Investoren zugutekommen. Für deutsche Anleger und Beobachter ist diese Entwicklung besonders relevant, da sie zeigt, wie stark staatliche Eingriffe den KI-Sektor in den USA künftig prägen könnten.


