ANP setzt neue Ölpreis-Regel in Kraft
Maßnahme könnte staatliche Einnahmen steigern und Exporte für Firmen weniger attraktiv machen

Brasiliens nationale Erdölbehörde ANP hat neue Regelungen zur Festsetzung des Referenzpreises für im Land gefördertes Erdöl verabschiedet. Die Maßnahme könnte dazu führen, dass der Staat künftig höhere Einnahmen aus Förderabgaben erhält. Der Referenzpreis bildet die Grundlage für die Berechnung von Steuern auf Erdölverkäufe im Inland sowie für die Erhebung von Lizenzgebühren. Die Neuregelung, die seit 2022 diskutiert wurde, soll ab dem 1. September in Kraft treten und sich ab November auf die Verteilung der Lizenzgebühren auswirken.
Nach Einschätzung des brasilianischen Energieministeriums könnte die Änderung im kommenden Jahr zu einem zusätzlichen Steueraufkommen von rund 1 Milliarde Reais führen, was umgerechnet etwa 181 Millionen US-Dollar entspricht. Diese Prognose hatte Energieminister Alexandre Silveira bereits im Juni geäußert, unter der Voraussetzung, dass die neuen Vorschriften noch bis Ende Juli verabschiedet würden.
Die Ölindustrie hatte die geplante Anpassung kritisch begleitet. Insbesondere Förderunternehmen befürchten durch die neue Preisberechnung eine höhere Abgabenlast. Die Unternehmen hatten bisher davon profitiert, dass die veralteten Regeln einen Anreiz boten, Rohöl eher ins Ausland zu exportieren, anstatt es in brasilianischen Raffinerien zu verarbeiten.
Zustimmung kam hingegen von Refina Brasil, einem Branchenverband der privaten Raffinerien. Diese hatten beklagt, dass die bisherigen Regelungen Importe bevorzugten und die heimische Weiterverarbeitung von Rohöl benachteiligten. Durch die Neuregelung erwarten die Raffinerien eine Angleichung der Wettbewerbsbedingungen und eine Stärkung des nationalen Marktes.
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Zur AktienanalyseDie Entscheidung der ANP fällt in eine Zeit, in der Brasilien seine Einnahmen aus dem Ölsektor steigern möchte, ohne dabei die laufende Förderung einzuschränken. Die Maßnahme dürfte sich nicht nur auf staatliche Einnahmen auswirken, sondern auch auf das Verhalten der Förderunternehmen bei der Wahl ihrer Absatzmärkte. Wie stark der Effekt am Ende ausfällt, wird sich ab dem vierten Quartal zeigen, wenn die ersten Zahlungen unter dem neuen Referenzpreis berechnet werden.


