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Anleiherenditen stabil vor Lagarde- und Warsh-Reden in Sintra

Rentenmärkte halten inne: Starke US-JOLTS-Daten treiben Treasuries, während schwache Eurozone-Inflation den Euro belastet.

Anleiherenditen stabil vor Lagarde- und Warsh-Reden in Sintra

Die Renditen langlaufender Staatsanleihen der Eurozone und der USA haben sich am Mittwoch stabilisiert. Rentenanleger weltweit warteten gespannt auf die Reden von EZB-Präsidentin Christine Lagarde und dem neuen US-Notenbankchef Kevin Warsh beim EZB-Forum in Sintra, Portugal. Die Zurückhaltung der Marktteilnehmer spiegelte sich in engen Handelsbandbreiten wider.

Die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe – der Benchmark für den gesamten Euroraum – stieg leicht auf 2,94 Prozent. Auch die Referenzanleihen Frankreichs, Italiens und Spaniens bewegten sich in engen Spannen. Der Markt wartete auf klare geldpolitische Signale, bevor er neue Positionen einnahm.

US-Renditen unter Druck durch starke Arbeitsmarktdaten

Auf der anderen Seite des Atlantiks kletterte die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe auf 4,48 Prozent. Die zinssensitive zweijährige US-Rendite stieg ebenfalls auf 4,17 Prozent. Händler preisten damit eine kurzfristige geldpolitische Straffung durch die Federal Reserve ein.

Hauptauslöser für den Ausverkauf am Vormittag war die Veröffentlichung des Job Openings and Labor Turnover Survey (JOLTS) des US-Arbeitsministeriums. Die Daten signalisierten eine hartnäckig widerstandsfähige US-Wirtschaft und verstärkten die Erwartungen, dass die Fed die Zinsen im weiteren Jahresverlauf anheben könnte. Besonderes Gewicht erhält dies, nachdem der Offenmarktausschuss der Federal Reserve (FOMC) zuletzt Formulierungen gestrichen hatte, die auf künftige Zinssenkungen hindeuteten.

Die Rentenmärkte betrachten die JOLTS-Daten nun als entscheidendes Vorspiel für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls). Anleger erhoffen sich von den breiteren Beschäftigungszahlen eine Bestätigung ihrer aufkommenden Erwartungen einer Zinserhöhung.

Eurozone-Inflation kühlt stärker ab als erwartet

Unterdessen sorgte ein überraschend schwacher Inflationsbericht aus der Eurozone für Bewegung beim Euro. Der Verbraucherpreisindex der Union verlangsamte sich im Juni auf 2,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im Mai – und fiel damit deutlich unter die Konsensprognose von 3,0 Prozent. Auch die Kernraten lagen niedriger als erwartet.

Die Daten sorgten für Erleichterung an den Märkten, die befürchtet hatten, dass Energiepreisspitzen infolge des Konflikts zwischen den USA und dem Iran eine anhaltende Inflationsspirale auslösen könnten. Für die EZB bedeuten die Zahlen mehr Spielraum, ihre restriktive Haltung zu lockern. Die kurzlaufende zweijährige deutsche Rendite, die sich im Gleichklang mit den EZB-Zinserwartungen bewegt, blieb weitgehend unverändert.

Die sich ausweitende Zinsdifferenz zwischen einer eher expansiv ausgerichteten EZB und einer restriktiven Fed drückte den Euro nach unten. Dieser Spread zwischen den Geldpolitiken diesseits und jenseits des Atlantiks bleibt ein zentrales Thema für Währungs- und Anleihemärkte.

Warsh-Rede als potenzieller Kurstreiber

Im Mittelpunkt des Markttages steht die erste internationale Rede des neu ernannten Federal-Reserve-Vorsitzenden Kevin Warsh. Warsh hatte im Mai unter dem Druck von Präsident Donald Trump die Leitung der US-Notenbank übernommen – mit dem Auftrag, die Kreditkosten zu senken. Stattdessen überraschte er die Märkte mit einer unerwartet restriktiven rhetorischen Wende.

Angesichts der neuen JOLTS-Daten erwarten Anleger, dass Warsh seinen Auftritt im Panel nutzen wird, um sein Engagement für eine „eindeutige" Eindämmung der strukturellen Inflation zu bekräftigen. Ein falkenhafter Auftritt birgt das Risiko, einen breiteren globalen Ausverkauf bei Anleihen auszulösen, mit erheblichen grenzüberschreitenden Spillover-Effekten.

Geopolitische Entwicklungen bildeten einen zusätzlichen Spannungshintergrund: Berichte, wonach US-Präsident Trump unmittelbare Pläne für groß angelegte Militäraktionen gegen den Iran zugunsten laufender diplomatischer Gespräche in Doha aufgeschoben hat, begrenzten plötzliche Käufe von Staatsanleihen als sicherer Hafen. Dies trug dazu bei, die Renditen in der Vormittagssitzung stabil zu halten.

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