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Anleihe-Giganten setzen auf fünfjährige Treasuries in der Warsh-Ära

Führende Anleihemanager wie Capital Group, Pimco und Natixis sehen den fünfjährigen Treasury-Bereich als idealen Safe Haven.

Anleihe-Giganten setzen auf fünfjährige Treasuries in der Warsh-Ära

Einige der weltweit bedeutendsten Anleihemanager haben einen klaren Favoriten für die bevorstehende Ära unter Kevin Warsh ausgemacht: den sogenannten „Bauch" der US-Renditekurve, also den fünfjährigen Laufzeitenbereich bei US-Staatsanleihen. Die Botschaft aus den Chefetagen der großen Häuser ist dabei bemerkenswert einheitlich – und das Kapital fließt bereits in diese Richtung.

Von der Capital Group über Insight Investment und Natixis bis hin zur Pacific Investment Management Co. (Pimco) lautet die Empfehlung übereinstimmend: Der „Sweet Spot" liegt im mittleren Segment der Treasury-Renditekurve. Investoren steigen dort nach Angaben der Häuser bereits massiv ein, um sich für die Anfangsphase der neuen Warsh-Ära zu positionieren.

Was bedeutet der „Bauch" der Renditekurve?

In der Fachsprache der Anleihemärkte bezeichnet der „Bauch" der Renditekurve den mittleren Laufzeitenbereich – typischerweise zwischen fünf und sieben Jahren. Dieser Bereich gilt als besonders attraktiv, wenn Unsicherheit über die künftige Geldpolitik herrscht: Er ist weniger zinssensitiv als langlaufende Anleihen, bietet aber deutlich mehr Rendite als kurzlaufende Papiere. Für Anleger bedeutet das ein günstigeres Verhältnis von Risiko und Ertrag.

Die Konzentration auf diesen Bereich ist kein Zufall. In Phasen geldpolitischer Neuausrichtung – wie sie mit dem Namen Kevin Warsh verbunden wird – neigen Marktteilnehmer dazu, extreme Laufzeiten zu meiden. Kurze Laufzeiten sind stark von den unmittelbaren Leitzinsentscheidungen abhängig, während sehr lange Laufzeiten empfindlich auf Inflationserwartungen und fiskalische Risiken reagieren. Der fünfjährige Bereich bietet hier eine Art Puffer.

Warsh als neues Kapitel für die US-Geldpolitik

Kevin Warsh gilt als möglicher Nachfolger an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve und steht für einen potenziellen Kurswechsel in der amerikanischen Geldpolitik. Sein Name sorgt an den Anleihemärkten für erhöhte Aufmerksamkeit, da ein Wechsel an der Fed-Spitze stets Unsicherheit über den künftigen Zinspfad mit sich bringt. Große institutionelle Investoren bereiten sich daher frühzeitig auf dieses Szenario vor.

Die Tatsache, dass gleich mehrere namhafte Häuser – Capital Group, Insight Investment, Natixis und Pimco – unabhängig voneinander dieselbe Positionierung empfehlen, verleiht dem Signal besonderes Gewicht. Solche Konvergenzen in der Marktmeinung sind selten und deuten auf eine breite institutionelle Überzeugung hin.

Für deutsche Privatanleger, die in US-Anleihen oder entsprechende ETFs investiert sind, ist diese Entwicklung relevant: Eine starke Nachfrage nach fünfjährigen Treasuries kann deren Kurse stützen und die Renditen in diesem Segment unter Druck setzen. Wer in diesem Bereich bereits positioniert ist, könnte von der institutionellen Nachfrage profitieren. Gleichzeitig sollten Anleger das Währungsrisiko im Blick behalten, das bei US-Dollar-Anlagen stets eine Rolle spielt.

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