Anleger fliehen aus US-Tech: 15,4 Milliarden Dollar in internationale Märkte
Globale Aktienfonds außerhalb der USA verzeichnen höchste Zuflüsse seit viereinhalb Jahren

Internationale Aktienmärkte erleben eine beispiellose Kapitalwelle. Im Januar flossen globalen Ex-US-Aktienfonds einschließlich ETFs 15,4 Milliarden Dollar zu – der höchste Wert seit viereinhalb Jahren. Dem stehen nur 5,7 Milliarden Dollar für US-fokussierte Fonds gegenüber, der niedrigste Stand seit drei Monaten.
Die Umschichtung erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für den US-Technologiesektor. Bedenken über steigende KI-Investitionskosten und die Einführung des neuen KI-Tools Claude von Anthropic lösten einen Ausverkauf bei Tech-Aktien aus. Anleger suchen nun nach günstigeren Bewertungen und Diversifikation.
Mark Haefele, Chief Investment Officer bei UBS Global Wealth Management, sieht attraktive Chancen außerhalb der USA. China biete Wachstums- und Renditepotenzial, die bevorstehenden Wahlen in Japan könnten als Aufwärtskatalysator dienen und Europa werde von höheren Verteidigungs- und Fiskalausgaben profitieren.
Bewertungsunterschiede sprechen klare Sprache
Die Zahlen belegen den Bewertungsvorsprung internationaler Märkte. Der MSCI United States Index wurde Ende Januar mit einem KGV von 22,27 gehandelt. Zum Vergleich: Der MSCI World Index notierte bei 18,98, der MSCI Europe Index bei 15,18 und Schwellenländer bei nur 13,59.
Der MSCI World ex USA Index legte in diesem Jahr bereits 6,4 Prozent zu und übertraf damit den S&P 500 mit 0,54 Prozent deutlich. Im Jahr 2025 betrug der Vorsprung sogar 29,2 Prozent gegenüber 16,39 Prozent beim S&P 500.
Dollar-Schwäche als zusätzlicher Treiber
Analysten erwarten, dass internationale Märkte von einem schwächeren Dollar und möglichen US-Zinssenkungen profitieren werden. Dies verbessert die Renditen von Vermögenswerten in Nicht-US-Währungen erheblich. Zudem bieten Überseemärkte stärkere Exposure gegenüber zyklischen Aktien, die bei beschleunigtem Wachstum typischerweise besser abschneiden.
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Zur Aktienanalyse"Wir erwarten, dass globale Aktien bis zum Jahresende um rund 10 Prozent steigen werden", erklärt Haefele von der UBS. Investoren mit konzentrierten US-Positionen sollten von einer Diversifizierung in andere Märkte profitieren. Derek Izuel, Chief Investment Officer bei Shelton Capital Management, ergänzt: "Wenn die Zins- und Währungsdynamik anhält, könnte die Rotation eine größere Beständigkeit aufweisen als ein kurzfristiger Handel."
In der ersten Februarwoche setzten sich die Zuflüsse fort. ETFs für Ex-US-Märkte zogen weitere 1,4 Milliarden Dollar an, was den anhaltenden Trend zur internationalen Diversifikation unterstreicht.


