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Angola verlässt die Opec: Ein Wendepunkt für den Ölmarkt

Die Hintergründe, Konflikte und Auswirkungen auf die Machtverhältnisse in der globalen Ölindustrie

Angola verlässt die Opec: Ein Wendepunkt für den Ölmarkt

Die Opec, das Ölkartell, muss einen herben Verlust hinnehmen, denn der südafrikanische Staat Angola hat angekündigt, die Organisation zu verlassen. Dieser Schritt verschärft einen seit Juni schwelenden Konflikt innerhalb der Opec, der vor allem um die Verteilung der Förderquoten kreist. Die staatliche Nachrichtenagentur Angop brachte diese Neuigkeit zuerst an die Öffentlichkeit. Als Reaktion darauf erlebten die Ölpreise vorübergehend einen Rückgang um etwa zwei Prozent.

Die Opec, die bisher aus 13 Mitgliedstaaten bestand und nun bald auf 12 schrumpft, hat sich zum Ziel gesetzt, hohe Öleinnahmen zu erzielen. Dies versucht sie durch die Festlegung von Förderquoten für jedes Mitglied zu erreichen, wobei jeder Mitgliedsstaat einen bestimmten Anteil an der Gesamtfördermenge erhält. Doch dieser Ansatz führt immer wieder zu Interessenkonflikten innerhalb des Kartells. Saudi-Arabien, eines der mächtigsten Mitglieder der Opec, bevorzugt einen hohen Ölpreis, um seinen Staatshaushalt zu finanzieren, während andere Mitglieder darauf drängen, so viel Öl wie möglich zu fördern.

In diesem Kontext gehört auch Angola zu den Ländern, die Schwierigkeiten hatten, ihre Förderquoten zu erfüllen. Die Ölproduktion des Landes ist in den letzten acht Jahren um 40 Prozent gesunken, hauptsächlich aufgrund unzureichender Investitionen in alternde Tiefseeölfelder.

Ein weiterer Konfliktpunkt entstand durch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die in den letzten Jahren erheblich in neue Produktionskapazitäten investiert hatten, diese jedoch aufgrund ihrer festen Verpflichtungen gegenüber der Opec nicht nutzen konnten. Bei einem Opec-plus-Treffen im Juni forderten die VAE, dass mehrere afrikanische Länder, darunter Angola, einen Teil ihrer ungenutzten Quoten an sie abtreten sollten. Diese Forderung ging zu Lasten von Angola, Nigeria und dem Kongo.

Als Kompromiss erhielten die betroffenen Länder das Recht auf eine Überprüfung ihrer Produktionskapazitäten durch externe Berater. Wenn sich herausstellte, dass sie in der Lage waren, mehr Öl zu fördern, sollten die Quoten entsprechend angepasst werden. Doch vor dem Opec-Treffen im November lehnten vor allem Nigeria und Angola die Ergebnisse der Bewertungen ab. Schließlich wurden die Produktionsmengen dieser Länder gemäß den Bewertungen der Beratungsunternehmen festgelegt, was für Angola unbefriedigend war.

Angolas Ölminister Diamantino Azevedo kündigte an, dass sein Land sich nicht an diese Quote halten werde. In einer Fernsehansprache erklärte er, dass die Mitgliedschaft in der Opec nicht im nationalen Interesse liege. Dieser Schritt wird den Ölmarkt voraussichtlich nicht signifikant beeinflussen, da Angolas Produktion bereits rückläufig war und neue Investitionen benötigt werden, bevor eine Steigerung der Produktion möglich ist.

Trotzdem bedeutet der Austritt Angolas einen Verlust an Einigkeit innerhalb der Opec und einen Rückgang des Marktanteils der Organisation. Im Oktober waren die damals 13 Mitgliedstaaten für 27,5 Prozent der weltweiten Ölproduktion verantwortlich, während dieser Marktanteil vor zehn Jahren noch bei 33 Prozent lag. Die Opec plus, die zusätzlich zu den Opec-Mitgliedern auch Nicht-Mitgliedstaaten wie Russland einschließt, verfügt immerhin noch über einen Marktanteil von rund 43 Prozent. Brasilien hat ebenfalls seinen Beitritt zur Opec plus angekündigt, was die Organisation weiter stärken könnte. Die Ölproduktion in den USA erreichte in der vergangenen Woche Rekordhöhen, was zeigt, dass Nicht-Mitgliedstaaten zunehmend Marktanteile gewinnen. Dies könnte dazu führen, dass immer mehr Mitglieder der Opec die Anreize zur Senkung ihrer Förderung in Frage stellen.

ÖlOPEC+Angola

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